Wenn das städtische Spielmobil in ausgewählten Dorstener Stadtteilen vorfährt, freuen sich die Kinder. Jetzt gibt es ein nagelneues Fahrzeug und es hat viele neue Spielsachen im Programm.

Dorsten

, 03.08.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bayan und Maria rauschen auf ihren Zweirädern über die Wiese, die Haare fliegen bei ihrem kleinen Wettrennen im Wind. „Die neuen roten Roller fahren echt gut“, sagen die beiden Mädchen anschließend. Praxistest also mit Sternchen bestanden - kein Wunder: „Wir haben bei der Auswahl der Roller auf hochwertige Qualität geachtet“, sagt Silke Alfes. Soll ja alles ein paar Jahre halten.

In der Freiluftsaison

Silke Alfes ist im städtischen Jugendamt tätig, in der Abteilung Jugendförderung und Jugendschutz - und ist in dieser Funktion auch für das städtische Spielmobil zuständig, das am Donnerstagmittag in der Luisenstraße 153 Halt machte. Seit Jahren gibt es in der Freiluftsaison von den Oster- bis hin zu den Herbstferien dieses Angebot für Orte in der Stadt, in denen viele soziale benachteiligte Kinder mit nur wenig Spielmöglichkeiten leben.

Dazu gehören auch Bayan, Marie, ihre Freunde Rhdan, Ruba, Rodi und rund zehn weitere Kinder, die in den Asylbewerber-Unterkünften Apostelstiege/Luisenstraße wohnen. Aber auch Kinder aus der Nachbarschaft und aus der Feldmark sind am Donnerstag von ihren Eltern zum Spielmobil gebracht worden.

Neues Spielmaterial

Seit Anfang dieser Woche ist beim Spielmobil vieles anders - und darüber freuen sich die Kinder. „Wir haben für 2000 Euro neues Spielmaterial angeschafft“, sagt Silke Alfes: Skate- und Waveboards, ein Riesen-Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, Bausteine und Bälle und demnächst will der Kinderschutzbund noch ganz viel Bastelmaterial spenden.

Neues Spielmobil macht Wiesen und Höfe in Dorsten zu Spielplätzen und Bastelwerkstätten

Auch ein riesiges Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel ist im Angebot. © Michael Klein

Auch ein ganz neues Fahrzeug ist im Einsatz, ein Ford Transit, der im Ladebereich aber derzeit noch ein Provisorium ist. „Da kommt noch ein Regalsystem hinein, damit alles schön ordentlich verstaut werden kann.“ Im Augenblick werden die Materialien noch in aufgestapelten Kisten auf der Ladefläche transportiert: In Kiste 1 beispielsweise die elf Laufstelzen und die vier Balancierhalbkugeln, in Kiste 2 das Sandspielzeug, in Kiste 4 Seile zum Tauziehen, zum Springen und für Gummitwist und in Kiste 7 Frisbees, Federball-Utensilien und Malkreide.

Spende der Kindesferienstiftung

Außen muss der Spiele-Lieferwagen noch foliert werden - und zwar mit dem Logo der „Dorstener Kinderferienstiftung“. Denn die hat mit einer dicken Spende einiges dazu beigetragen, dass die Stadt das „Dokimo“ (Dorstener-Kinderferienstiftung-Mobil) auf Tour schicken kann. Und so sorgt das Gefährt dafür, dass auch jetzt in den Sommerferien daheimgebliebene Kinder Spiel und Spaß erleben dürfen.

Noch bis Ende nächster Woche fährt das „Dokimo“ in den Ferien täglich im Wechsel unterschiedliche Standorte an: In Tönsholt kommt es von 10 bis 12 Uhr vorbei, an der Luisenstraße/Apostelstiege von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr und in Barkenberg (Schieferhochhaus am Himmelsberg) von 15 bis 17 Uhr. In den letzten Jahren hielt es auch an der Boni-Schule zum Ferienspaß, doch der findet in diesem Jahr nicht statt. „Wenn dort ansonsten weiter Bedarf besteht, werden wir auch weiterhin den Standort ansteuern“, sagt Silke Alfes.

Neues Spielmobil macht Wiesen und Höfe in Dorsten zu Spielplätzen und Bastelwerkstätten

Die neuen Roller wurden natürlich gleich dem Praxistest unterzogen. © Michael Klein

Den Fahrzeugwechsel will die städtische Jugendförderung nach ihren Angaben zum Anlass nehmen, nach den Ferien den Einsatzplan neu zu strukturieren - auch Einrichtungen wie Kindergärten, Kirchengemeinden, gemeinnützige Initiativen dürfen das kostenlose Spielangebot an Wochenenden weiterhin gerne nutzen.

Gegebenenfalls sollen auch neue städtische Ziele in den Fahrplan aufgenommen werden - sollten der Wunsch und die Notwendigkeit dafür aus den Ortsteilen an die Stadt herangetragen werden, so Silke Alfes. „Und bisherige Ziele könnten durchaus auf den Prüfstand gestellt werden“, auch wenn das eigentlich überhaupt nicht im Interesse der Stadt wäre.

Mit Honorarkräften

„In Tönsholt ist eher wenig los“, bestätigen Carolin Juch und Emily Kotter. Dort wäre es schön, wenn mehr Kinder kommen würden. Die beiden jungen Frauen gehören zu dem Team von städtischen Honorarkräften, die die Spielmobil-Besatzung bilden. „Sie alle haben Erfahrungen im sozialen und pädagogischen Bereich“, sagt Silke Alfes, sind Studenten, machen freiwillige Dienste oder sind angehende Erzieher.

Auch Johanna Berning, Abi-Jahrgang 2018, will nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr ein Studium im Bereich Pädagogik aufnehmen. Sie sitzt mit einigen Mädchen auf der Wiese am großen Tisch, dort ist künstlerisches Schminken angesagt. „Malen und Basteln, das wollen Kinder immer“, wissen die Honorarkräfte. Aylina (7) ist stolz darauf, dass sie am Tag zuvor eine selbst gestaltete Maske mit nach Hause nehmen durfte.

Mülltone als Spielgerät

Aber manchmal sind es trotzdem die profanen Alltagsdinge, die sich am besten zum Spielen eignen: Als zwei Jungen entdecken, dass man die Dokimo-Mülltonne gut zur Schubkarre umfunktionieren kann, gibt es kein Halten mehr.

Einrichtungen, die das Dokimo-Spielmobil ausleihen möchten, können sich an Silke Alfes (Tel. 66-4581) wenden oder eine Mail schicken.
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