Die beiden zwölfjährigen Katzen Bella und Moritz suchen ein Senioren-Ehepaar, bei dem sie ihren Lebensabend verbringen können. Sie sind Teil des Projektes „Senioren für Senioren" vom Verein „Graues Gold". © privat
Senioren

Neues Projekt bringt alte Katzen und alte Menschen zusammen

Der Verein „Graues Gold“ vermittelt mit einem neuen Projekt ältere Katzen an Senioren. Aktuell warten Bella und Moritz auf eine neue Bleibe, wo sie ihren Lebensabend verbringen dürfen.

Wenn Anke Fenn ihr Katzen-Senioren-Gespann besucht, geht ihr jedes Mal das Herz auf: „Das ist einfach wunderschön zu sehen. Das Frauchen ist glücklich, denn sie ist nicht mehr allein und hat jemanden, mit dem sie sich unterhalten kann. Und die Katze ist glücklich, denn sie wird umsorgt und gepflegt.“

Die 58-jährige Dorstenerin ist Teil des Projektes „Senioren für Senioren“, das Iris Koczwara vom Verein „Graues Gold“ ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, alte Katzen und Senioren zusammenzubringen. Betreut werden die Gespanne dann jeweils von einem Paten.

Anke Fenn ist eine davon. Seit dem Sommer betreut sie Kater Paulchen und eine über 80-jährige Bewohnerin des Betreuten Wohnens in Wulfen. Einmal in der Woche telefoniert sie mit der Seniorin oder besucht sie zu Hause. „Ich gucke, ob alles klappt und berate bei Fragen rund um die Gesundheit der Katze. Da ich Tierarzthelferin bin, kann ich da oft weiter helfen“, erzählt Fenn.

Projekt-Initiatorin Iris Koczwara erklärt, dass das genau die Dinge sind, bei denen die Paten die Senioren unterstützen sollen: „Sie gucken, ob beim Futter, bei der Haltung und der Gesundheit des Tieres alles stimmt. Auf Wunsch gehen sie auch mit der Katze zum Tierarzt oder helfen, das Katzenstreu in die Wohnung zu tragen.“

Tierheime vermitteln Tiere oft nicht an ältere Menschen

Auf die Idee, alte Katzen und Senioren zueinander zu bringen, kam sie eher zufällig. Sie hörte von einer Stromerkatze, die ein zu Hause suchte und wusste von bereits erwähnter Seniorin aus Wulfen, die sich sehr ein Tier wünschte. „Ältere Menschen kommen nur schwer an ein Tier, denn Tierheime vermitteln oft nicht an Menschen über 70 bzw. 75 Jahren“, so Koczwara.

So kam ihr die Idee, mit Paten zu arbeiten. Inzwischen hat sie bereits vier Katzen an vier Senioren vermittelt. Alle werden durch Paten betreut. Sie beziehungsweise der Verein „Graues Gold“ kümmert sich auch darum, dass die Katzen beispielsweise bei einem Krankenhausaufenthalt der Senioren vorübergehend betreut werden. Stirbt ein Besitzer, werden die Katzen neu vermittelt.

Zwei Katzen suchen noch Senioren, die sie aufnehmen

Die Tiere stammen häufig aus Tierheimen aus der Umgebung, mit denen Koczwara in engem Austausch steht. Aktuell hat sie zwei Katzen, die sie gerne an Senioren vermitteln würde. „Das sind Kater und Katze. Sie sind beide zwölf Jahre alt und Geschwister, weshalb ich sie gerne zusammen vermitteln würde“, erklärt Iris Koczwara.

Sie rät, dass sich entweder ein älteres Ehepaar der Katzen annimmt, oder ein älterer alleinstehender Mensch mit Katzenerfahrung. Zwei Paten stehen jedenfalls schon in den Startlöchern und sind bereit, die neuen Besitzer tatkräftig zu unterstützen. Sie oder die Initiatorin prüfen auch, bevor ein Tier in ein neues Zuhause zieht, ob die Lebensumstände der Senioren zu einer artgerechten Haltung der Katze passen.

„Alle vier Senioren, die schon eine Katze bekommen haben, sind sehr glücklich und wollen ihr Tier nicht mehr hergeben. Ich glaube außerdem fest daran, dass man mit Tieren länger lebt, denn die halten fit. Man übernimmt eine Verantwortung und kann sich nicht einfach so hängen lassen“, so Koczwara. Patin Anke Fenn ergänzt: „Ich habe festgestellt, dass ältere Menschen wesentlich mehr reden, wenn eine Katze in der Wohnung ist. Sie bleiben dadurch auch fitter im Kopf.“

Wer Interesse hat, eine Katze zu übernehmen oder sich als Pate beim Projekt zu engagieren, kann sich bei Iris Koczwara melden unter 0170/2465133. Mehr Informationen zum Verein „Graues Gold“ Gibt es unter www.graues-gold.org.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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