Sommer-Open-Air im Bürgerpark: Das Programm steht, aber noch droht das Coronavirus

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Nach dem Wetterfrust im Vorjahr stand die Sommerkultur im Bürgerpark Dorsten finanziell auf der Kippe. Jetzt macht das Schaukelbaum-Team doch weiter. Doch welche Folgen hat das Coronavirus?

Dorsten

, 27.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein schönes, vielfältiges und vor allem kostenloses Open-Air-Programm hatte das Schaukelbaum-Team im vergangenen Sommer für das Amphitheater und andere Orte im Bürgerpark Maria Lindenhof organisiert. Doch am Ende überwog der (finanzielle) Frust.

Denn allzu oft hatte das schlechte Wetter den „Park-Aktivisten“, die auf die Einnahmen aus dem Gastro-Verkauf angewiesen waren, einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Ob die Kulturreihe eine Zukunft haben würde - das war im Herbst plötzlich ungewiss geworden. Doch jetzt gibt es gute Nachrichten.

Restgelder vorhanden

„Wir haben in der Zwischenzeit viele gute Gespräche mit der Dorstener Stadtverwaltung geführt“, erklärt Schaukelbaum-Mitgeschäftsführer Kevin Over auf Anfrage der Redaktion. Und da es noch Restmittel aus dem Ende 2017 von der Kunsthistorikerin Marion Taube für das Parkgelände angestoßenen „Stadtkrone-Prozess“ gegeben habe, war das Programm für dieses Jahr gesichert.

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Die Künstler und sonstigen Programm-Mitwirkenden sind bereits engagiert, die Technik ist da, die Ware ist bestellt, das Mobiliar für die Kanal-Terrassenbar „Oude Marie“ wartet darauf, aufgestellt zu werden. „Wir stehen also auf Knopfdruck bereit und könnten loslegen“, sagt Kevin Over. Wenn nicht die leidige Coronakrise wäre.

Eröffnungs-Wochenende mehr als fraglich

Denn ob das geplante Eröffnungs-Wochenende (8. bis 10. Mai) terminlich eingehalten werden kann, dürfte nahezu unwahrscheinlich sein. Mit zwei Konzerten im Amphitheater und einem Familienfest des Bürgerpark-Vereins sollte die Saisoneröffnung eigentlich gefeiert werden.

Die Aktivisten des Bürgerparks Maria Lindenhof hoffen, dass das Parkgelände so bald als möglich wieder normal genutzt werden kann.

Die Aktivisten des Bürgerparks Maria Lindenhof hoffen, dass das Parkgelände so bald als möglich wieder normal genutzt werden kann. © Privat

„Doch dass bis dahin die Kontaktsperren so weit gelockert werden, denken wir nicht“, so Kevin Over. „Wir stellen uns eher in Richtung Juni ein.“ Auch bei einem späteren Beginn der Veranstaltungsreihe dürfen sich die Dorstener aber auf ein interessantes Programm freuen.

Gemeinsam mit dem Bürgerparkverein um den Vorsitzenden Hans Kratz, dem Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“ und der Stadtagentur erstellt, listet das Programmheft, das im April offiziell vorgestellt werden wird, zwischen 20 und 25 Angebote auf: Musik, Theater und auch ein paar ganz neue Formate.

Ausweichmöglichkeiten

Das wären dann zwar zahlenmäßig insgesamt weniger Veranstaltungen als im Vorjahr, aber gerade diese Reduzierung eröffnet dem Schaukelbaum-Team flexible Ausweichmöglichkeiten. „Da wir nicht mehr jedes Wochenende mit Programm vollpacken, haben wir bei wetterbedingten Ausfällen mehr Spielraum, Termine auch mal kurzfristig nachholen zu können.“

Wegen der knappen Budgetierung ist das Schaukelbaum-Team auf Sponsoren angewiesen. „Zum Glück konnten wir trotz der vielen Ausfälle im vergangenen Sommer so viele gute Bilder und Videos produzieren, dass mehrere Unterstützer richtig Bock bekommen haben, diese tolle Location weiter mit Leben zu füllen“, sagt Kevin Over.

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Die Schaukelbaum-Agentur, die ihr Büro am Alten Postweg hat, hat inzwischen auch die meisten Planungen für ihr jährliches Erfolgs-Partyfestival „Hinter’m Kornfeld rechts“ abgeschlossen, das wieder Anfang September nahe des Segelflugplatzes stattfinden soll. „Jetzt heißt es abwarten und darauf hoffen, dass das Jahr doch noch einigermaßen gut für uns über die Bühne geht“, so Kevin Over.

Kosten laufen weiter

Zwar habe das Team im Hinblick auf die Corona-Krise mit Lieferanten und Künstlern faire Verträge abgeschlossen, „da nehmen alle aufeinander Rücksicht“. Aber nach dem Minus aus dem Vorjahr seien für Freiberufler wie sie weitere Monate ohne Einnahmen existenzgefährdend: „Die Kosten laufen ja alle weiter.“

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