Perfide Betrugsmasche per Telefon schwappt nun auch auf Dorsten über

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Immer wieder fallen Menschen auf Trickbetrug per Anruf herein. Mit diversen Telefonnummern ruft eine „Notariatskanzlei“ wegen eines Gewinns an. Jetzt auch in Dorsten.

Dorsten

, 03.05.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Werner Winkel bekam Anfang dieser Woche einen ominösen Anruf. Eine „Frau Dr. Schmidt“ von einer „Notariatskanzlei Bertelsmann und Partner aus Hamburg“ teilte ihm dabei am Telefon mit, dass ihm von den Firmen Bertelsmann, Amazon und Axel Springer ein Gewinn von 146.000 Euro zugelost worden sei.

Gefreut hat sich der Dorstener darüber keine Sekunde. Denn er vermutete sofort eine Betrugsmasche, die schwarze Schafe an ihm ausprobieren wollten.

Infos über Gewinnabwicklung

Unter dem Aktenzeichen 88004 sei die Kanzlei beauftragt worden, den Dorstener über den Gewinn und die Abwicklung zu informieren, erklärte ihm die Anruferin. „Angeblich wäre ich über mein Glück schon vor ungefähr zehn Wochen schriftlich informiert worden, hätte aber nicht reagiert“, so Werner Winkel.

Um die „gesetzliche Frist für die Inanspruchnahme des Gewinns nicht verstreichen zu lassen“, wollte sich „Frau Dr. Schmidt“ noch einmal melden, damit die Auszahlung ordnungsgemäß abgewickelt werden könne.

„Die Anruferin wirkte in dem Gespräch außerordentlich seriös“, so der Dorstener. „Die sonst bei solchen Betrugsmaschen übliche Aufforderung, eine Bankverbindung anzugeben oder eine Abwicklungsgebühr im Voraus zu bezahlen, ist merkwürdigerweise nicht erfolgt.“

Unterschiedliche Nummern

Angerufen wurde der Dorstener unter den Telefonnummern 004536953439 und 040394601, schreibt er uns. Doch das sind anscheinend nur zwei von 70 Nummern, mit denen die vermeintliche Kanzlei agiert. Das hat nämlich das unabhängige Internet-Portal „Verbraucherschutz.com“ bei seinen Recherchen herausbekommen.

„Übliche Salamitaktik“

„Schon seit längerer Zeit bekommen zahlreiche Verbraucher einen Anruf vom Notariat Bertelsmann wegen einem vermeintlichen Gewinn“, schrieb das Portal im März 2020. „Häufig wird dann in üblicher Salamitaktik weiter gemacht.“ Zunächst erhielten die Anrufer ein Aktenzeichen, dann wolle der Notar noch mal anrufen, um über die Übergabe des Gewinns zu sprechen.“

Also genau so, wie es auch beim Dorstener Werner Winkel versucht wurde.

Und in einem abschließenden Telefonat versuche der angebliche Notar die potentiellen Opfer dann zu betrügen, so „Verbraucherschutz.de“: „Sie sollen Geld für den Notar oder den Transport des Geldes im Voraus bezahlen. Das ist typischer Vorkassebetrug.“ Denn um diesen vermeintlichen Gewinn zu erhalten, sollen die Angerufenen erst eine Gebühr (meist zwischen 180 und 200 Euro) überweisen.

Folgende Tipps gibt das Internetportal „Verbraucherschutz.com“:
  • Wer ebenfalls von solchen Betrügern kontaktiert wird, sollte sich Anrufer, Adresse, Telefonnummer, Gesprächsverlauf und die Anrufzeit notieren. Damit gehen Sie zur Polizei und erstatten Anzeige wegen versuchten Betrugs.
  • Außerdem raten wir, dass Sie den Vorfall der Bundesnetzagentur melden. Dort können Sie eine Beschwerde einreichen, wenn Sie ohne Ihr Einverständnis angerufen werden.
  • Auch technisch können Sie etwas tun. Auf dem Smartphone ist zu empfehlen, dass Sie die Rufnummer blockieren. Auch Nutzer einer FritzBox können Telefonnummern blockieren, damit diese gar nicht mehr durchkommen.
  • Außerdem raten wir Handynutzern die Installation einer Gratis-App, die bei vielen Anrufern bereits beim Klingeln anzeigt, ob es sich um Spam oder einen Werbeanruf handelt.
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