Personalnot in der Pflege: „Diese Arbeit ist viel besser als ihr Ruf!“

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Über eine Million Menschen sind in Deutschland in der Pflege beschäftigt. Und dennoch mangelt es an Pflegepersonal. Ein Beispiel aus Dorsten zeigt, dass der Beruf besser ist als sein Ruf.

Dorsten

, 21.09.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Chancella Pandi hat ihren Traumberuf gefunden: „Die Arbeit mit alten und hilfebedürftigen Menschen ist so erfüllend. Ich liebe den Umgang mit Menschen und das gute Gefühl, Hilfe geleistet und anderen den Tag verschönert zu haben“, sagt die junge Frau.

Vier Auszubildende werden sofort übernommen

Die Auszubildende absolviert gerade ihre Abschlussprüfungen zur Altenpflegerin und verstärkt ab Oktober das Team der Stefan Horn GmbH. Auch drei weitere Azubis werden in diesem Jahr noch von dem Gladbecker Unternehmen, das eine Filiale an der Halterner Straße 17 in Dorsten betreibt, übernommen.

Gut für Angelina Lindner und ihre Kolleginnen, aber auch bezeichnend für die Branche. Pflegekräfte sind auf dem Arbeitsmarkt begehrt. Doch immer weniger junge Menschen interessieren sich für diesen Beruf.

Die Stefan Horn GmbH sucht händeringend neue Nachwuchskräfte. Derzeit sind 14 hauseigene Auszubildende dort in unterschiedlichen Stadien der Ausbildung bei beiden Pflegediensten sowie in der Tagespflege beschäftigt.

Personalnot in der Pflege: „Diese Arbeit ist viel besser als ihr Ruf!“

14 Auszubildende beschäftigt die Stefan Horn GmbH derzeit in Gladbeck und Dorsten. Vier Azubis machen derzeit ihre Abschlussprüfungen, neue Nachwuchskräfte zu finden, ist schwierig. © privat

Wechselschicht, Arbeit an den Wochenenden und Feiertagen, hohe körperliche und psychische Belastung – die üblichen Meinungen in der Öffentlichkeit über den Beruf in der Pflege schrecken viele Jugendlichen ab. „Doch diese Arbeit bietet so viel mehr“, meint Pflegedienstleiterin Jelena Albijanic. „Keine andere Branche ist so zukunftssicher und facettenreich.“

Viele Einsatzgebiete

Die breit gefächerten Einsatzgebiete erstrecken sich über Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, beim Betreuten Wohnen, in der ambulanten Pflege, mit behinderten Menschen, in der Tagespflege, Kurzzeitpflege, im Hospiz oder Forensik. Die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind zahlreich.

„Ich kann mir keinen anderen Beruf als den der Gesundheits- und Krankenpflegerin vorstellen“, sagt Stephanie Nollen, Krankenschwester bei der Pflegedienst Stefan Horn GmbH. „Die flexiblen Arbeitszeiten ermöglichen mir, mein Familienleben im Einklang mit dem Beruf zu bringen, dass ich beispielsweise später meinen Dienst anfange, damit ich meinen Sohn zu Schule bringen kann. Oder dass mir vom Arbeitgeber ein Fahrzeug zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt wird.“

Der Nachwuchs ist die Zukunft

„Die Zukunft der Pflege liegt beim Nachwuchs“ meint Jelena Albijanic. „Die Arbeit in der Pflege ist sehr anspruchsvoll, abwechslungsreich und fordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein sowie sozialer und fachlicher Kompetenz.“

Für Chancella Pandi ist aber noch etwas sehr wichtig. „Sich sozial zu engagieren, Dankbarkeit und Anerkennung zu erfahren, und das alles als Arbeit bezahlt zu bekommen – ein Traumjob!“

  • Ab 1. Januar 2020 ändert sich vieles in der Ausbildung. Das neue Pflegeberufsgesetz tritt in Kraft. Damit wird ein Grundstein gelegt, die Pflegeausbildung zu modernisieren.
  • Ab diesem Zeitpunkt gibt es die sogenannte generalisierte Ausbildung, alle Auszubildende erhalten im ersten und zweiten Ausbildungsjahr gemeinsamen Unterricht. Im dritten Lehrjahr kann man dann den Abschluss zum Pflegefachmann/-Frau absolvieren oder sich wahlweise in der Kinderkrankenpflege oder Altenpflege spezialisieren.
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