Polizei kontrolliert Radfahrer in Dorsten - und schnappt Führerschein-Sünder

Polizeikontrolle

Beim Aktionstag „Wege fürs Rad“ ging der Polizei am Donnerstag in Dorsten auch ein Mann ins Netz, der seit Jahren ohne Fahrerlaubnis mit dem Auto unterwegs ist.

Dorsten

, 04.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Polizei kontrolliert Radfahrer in Dorsten - und schnappt Führerschein-Sünder

Unter dem Motto „Wege fürs Rad" hat die Polizei einen Aktionstag in Dorsten durchgeführt. Die Beamten kontrollierten an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet und gaben auch Infomaterial heraus - wie hier an diesen jungen Radler, der sich an alle Verkehrsregeln gehalten hat. © Robert Wojtasik

Eigentlich standen an diesem Donnerstag die Radfahrer im Fokus. Aber die Polizei hatte im Zuge des Aktionstags „Wege fürs Rad“ auch ein Auge auf Autofahrer. 42 Geschwindigkeitsverstöße registrierten die Beamten von 6 Uhr bis zur Mittagszeit an Klosterstraße, Borkener Straße, Bismarckstraße und Ellerbruchstraße. Dazu schrieben sie zwei Anzeigen wegen Verkehrsvergehen.

Einem 35-jährigen Dachdecker droht nun ein Strafverfahren. Ihn erwischten die Beamten ohne gültige Fahrerlaubnis am Steuer. Im Gespräch steckte er den Polizisten dann noch, dass er schon seit zwölf Jahren ohne Fahrerlaubnis unterwegs sei. Dem Mann droht nun eine Geldstrafe oder gar eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.

Innerhalb 15 Minuten gab es allein drei Geschwindigkeitsüberschreitungen an der Ellerbruchstraße in Höhe des Sportplatzes. „Die Radfahrer dort waren dafür alle sehr vernünftig“, sagte Kommissaranwärter Ron Eilers.

14 Verwarngelder gegen Radfahrer

Gegen Radfahrer wurden am Donnerstag insgesamt 14 Verwarngelder verhängt. Das waren bei einem anderen Schwerpunkteinsatz gegen Geisterradler in Dorsten schon mal mehr (DZ+). Insgesamt wurden am Donnerstag 103 Radfahrer angesprochen, kontrolliert und beraten.

Dorsten gehört neben Datteln, Marl und Recklinghausen zu den vier Städten mit den meisten Fahrradunfällen im Kreis Recklinghausen. Geachtet wurde am Donnerstag auch darauf, wie Radfahrer den Zebrastreifen nutzen. „Wer absteigt und schiebt, gilt als Fußgänger. Wenn jemand eine Querung mit dem Fahrrad überfährt, ist das bei einem Unfall auch versicherungstechnisch relevant“, sagte Polizeihauptkommissar Frank Mühlnickel.

Auge zugedrückt wegen Eichenprozessionsspinner

Wer auf dem Gehweg oder in der Fußgängerzone fährt und erwischt wird, zahlt 15 Euro. Telefonieren während des Radfahrens kostet 55 Euro. Geisterradler zahlen mindestens 20 Euro.

Aber die Polizisten drücken auch schon mal ein Auge zu. An der Bismarckstraße in Höhe des Caritas-Berufsbildungszentrums kam ihnen eine Geisterradlerin entgegen. Wie sich herausstellte, fuhr die Frau absichtlich auf der falschen Seite, weil auf der richtigen Warnungen vor dem Eichenprozessionsspinner an den Bäumen hingen und sie sich um ihre Gesundheit sorgte.

Lesen Sie jetzt