Polizei warnt: Nicht kopflos ins Wasser stürzen

Badespaß im Kanal

DORSTEN Hitze, Ferien, ein kühles Gewässer direkt vor der Haus Tür - diese Kombination ist viel zu verlockend, um sie nicht zu einem Badeausflug zu nutzen. Und so ist das Ufer des Wesel-Datteln-Kanals in diesen Tagen gesäumt von leicht bekleideten Leibern.

von Von Felix Guth

, 02.07.2009, 17:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizei warnt: Nicht kopflos ins Wasser stürzen

Badespaß im Kanal - nicht immer ist er so unbeschwert.

Schon am frühen Mittag läuft die Grill-Maschinerie auf Hochtouren. Natürlich sind vor allem jene da, die gerade erst die Schulsachen in die Ecke geworfen haben. Wo Bauchfleisch zischt, da klimpern meist auch Bierflaschen - Alkohol ist ein steter Begleiter dieser unbeschwerten Ausflüge. Will man da Spielverderber sein?

  Man muss, meint Thorsten Heske, Wachleiter der Wasserschutzpolizei in Datteln. Zumindest wenn Leichtsinn und Alkoholpegel zu groß werden. "Von Brücken zu springen oder Schiffe anzuschwimmen, ist lebensgefährlich. Und wir können die Uhr danach stellen, wann solche Dinge passieren." Die Einsatzberichte bestätigen ihn: 250 Platzverweise, 23 Ordnungswidrigkeiten, 18 Verwarnungen auf den Kanälen der Region, allein in der vergangenen Woche. Dorsten sei ein "Ballungszentrum, wir sind permanent im Einsatz." Mal funkt ein Frachter-Kapitän ein SOS, mal kontrollieren Zivilstreifen auf dem Fahrrad. Baden ist nicht grundsätzlich verboten 

Die große Mehrheit der Kanal-Besucher verhält sich jedoch gesittet, erfrischt sich weit ab der Schiffe. Das Baden in den Kanälen der Region ist (mit Ausnahmen) grundsätzlich nicht verboten. Eine Gefahrenquelle bleibt der Wasserspaß auf Schifffahrts-Straßen aber dennoch.

In Essen und andere Städten wurde deshalb angeregt, sichere Bade-Bereiche zu schaffen. Eine lohnenswerte Überlegung auch für den Wesel-Datteln-Kanal? Nicht für Polizist Heske: "Ich würde keine Örtlichkeit sehen, wo das möglich wäre." Ein Problem sind die Zuständigkeiten. Über jede bauliche Veränderung des Kanals entscheidet das Wasser- und Schifffahrtsamt in Duisburg. Und damit in letzter Instanz das Bundesministerium für Verkehr. Schwere Mühlen, die da in Bewegung gesetzt werden müssten...

Zischende Grills, ploppende Kronkorken und Wasserplatscher werden am Kanal weiter zu hören sein. Auf das richtige Maß und ein wenig Köpfchen kommt es an. Dann haben Thorsten Heske und seine Kollegen auch nicht mehr so viel Arbeit - trotz Hitze, Ferien und dem kühlen Gewässer direkt vor der Haustür.

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