Viele Hindernisse und Tücken auf Hauptverkehrsachse für Radfahrer in Stadtteil von Dorsten

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Ihr Stadtteil soll fahrradfreundlicher werden - das fordert eine Initiative in Dorsten. Insbesondere die Haupt-Radverkehrsachse stellt Schüler und Alltagsradler immer wieder vor Probleme.

Dorsten

, 21.02.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Klosterstraße liegt der Initiative besonders am Herzen. „Sie ist die Hauptverkehrsachse für die Radfahrer auf der Hardt“, betont Sprecher Ulrich Bolle. Auf der Klosterstraße sind die Radler Richtung Innenstadt unterwegs, sie ist der Haupt-Schulweg für die Kinder der Pestalozzischule, auf ihr fahren die Bürger zum Einkauf, ob zu Aldi oder zu Rewe. Doch gerade die Klosterstraße hat für Radfahrer ziemliche Tücken und teils haarsträubende Hindernisse zu bieten.

Wo der Schuh drückt

Das wurde am Montag bei der Stadtteilkonferenz „Gemeinsam Hardt“ in der Agathaschule deutlich. Dort machte Ulrich Bolle von der Arbeitsgruppe „Fahrradfreundliche Hardt“ mit einer Powerpoint-Präsentation deutlich, wo den Zweiradfahrern der Schuh auf der Klosterstraße der Schuh drückt.

Auf der Stadtteilkonferenz fand die Präsentation der Initiative viel Beachtung.

Auf der Stadtteilkonferenz fand die Präsentation der Initiative viel Beachtung. © Michael Klein

Sein Fazit: Zwischen Kögelweg und Fährstraße ist kein Radweg vorhanden, hinter einem verkehrsberuhigten Bereich endet die Rad-Markierung im Nichts, ein Seitenstreifen führt, mit Scherben übersät, am Altglas-Container vorbei, am Aldi-Zaun werden Radfahrer von den Autofahren gerne übersehen, die Fahrbahneinengung an der Nikolauskirche ist eine Gefahrenstelle, der Kreisverkehr mit der Hafenstraße hat keine sichtbaren Radwegübergänge - und so weiter.

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Vor einem Jahr hat sich die Initiative gegründet, seitdem haben die Mitglieder mehrfach den Stadtteil mit ihren Fahrrädern abgefahren - und überall verbesserungswürdige Zustände erlebt: Die Fährstraße Richtung Kanal könnte gut einen Radweg vertragen, die alte Gahlener Straße aus Sicherheitsgründen ebenso und obendrein eine bessere Beschilderung, die Einmündung Clemens-August-Straße in die Gahlener Straße haben die Radler als Gefahrenpunkt erlebt.

Die alte Gahlener Straße wäre eine schöne Allee auch für Radler, ist aber nicht ausgeschildert und hat auch keinen Radweg.

Die alte Gahlener Straße wäre eine schöne Allee auch für Radler, ist aber nicht ausgeschildert und hat auch keinen Radweg. © Klein, Michael

Ulrich Bolle wartete aber nicht nur mit Kritik auf, sondern auch mit vielen Verbesserungsmöglichkeiten - einige nach holländischen Vorbild und dortigen Ausbau-Standards. Auch Fahrradzonen und -straßen, die sich durch Grünanlagen und Anliegerstraßen zwischen östlicher Hardt und Innenstadt schlängeln, standen auf seiner Vorschlagsliste.

Die Mitglieder der Initiative "Fahrradfreundliche Hardt" trafen sich mit Verkehrsplaner Christoph Möllers vor Ort.

Die Mitglieder der Initiative "Fahrradfreundliche Hardt" trafen sich mit Verkehrsplaner Christoph Möllers vor Ort. © Klein, Michael

Mit Christoph Möllers, Leiter der städtischen Verkehrsplanung, hat die Initiative bereits einen Vor-Ort-Termin gehabt. Auch Stadtbaurat Holger Lohse nahm die Anregungen auf der Stadtteilkonferenz zur Kenntnis. Die initiative hofft, dass sich die Stadt davon möglichst viel annimmt: „Die Stärkung des Radverkehrs ist wichtig für den Klimaschutz“, betont Ulrich Bolle.

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Er setzt darauf, dass die Stadt beim womöglich noch in diesem Jahr geplanten 400-Meter-Ausbau der Klosterstraße die Interessen der Radfahrer in den Blick nimmt: Eine separate Radwegführung solle dabei Pflicht sein und „Tempo 30“ bleiben.

Nächstes Treffen

Anhand von Schaubildern diskutierten die Teilnehmer der Stadtteilkonferenz in der Pause über die Vorschläge der Arbeitsgruppe. Am Thema interessierte Hardter Bürger sind aber auch zum nächsten Treffen der Initiative „Fahrradfreundliche Hardt“ am 11. März (Mittwoch) um 19 Uhr in der Gaststätte Georgseck am Georgsplatz eingeladen.

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