Asylbewerber soll einem Mitbewohner mit einer Rasierklinge ins Gesicht geschnitten haben

hzGerichtsprozess

Es passierte in einer großen Asylunterkunft in Dorsten: Ein Bewohner wurde mit einer Rasierklinge im Gesicht verletzt. Der Prozess gegen den Tatverdächtigen startete mit einem Fehler.

Dorsten

, 23.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

In der Asylunterkunft im Gebäude des ehemaligen Gymnasiums Petrinum an der Bochumer Straße kam es am 21. März 2018 zu einem blutigen Zwischenfall: Ein Asylbewerber ging dort auf einen Mitbewohner los und griff ihn mit einer Rasierklinge an. Das Opfer erlitt eine schmerzhafte Schnittverletzung im Gesicht.

Seit Mittwoch muss sich der Tatverdächtige vor dem Dorstener Schöffengericht verantworten - ein 28-jähriger Mann aus Ägypten. Doch bevor die Verhandlung richtig beginnen konnte, wurde sie auch schon unterbrochen. Grund: Seine Anwältin stellte den Antrag, das Verfahren gegen ihren Mandaten wegen eines Formfehlers und fehlender Ermittlungsakten einzustellen.

Verhandlung vertagt

Während Staatsanwältin und Gericht keinen Anlass für eine Prozess-Einstellung sahen, musste Schöffengerichtsvorsitzende Lisa Hinkers aber einen Fehler einräumen - es fehlte nämlich der offizielle Beschluss, dass die Anklage von der zunächst zuständigen Strafrichterin auf das Schöffengericht übertragen wurde. „Das können wir aber nachträglich noch ändern“, sagte sie. Doch dafür musste die Verhandlung am Mittwoch auf einen späteren Termin vertagt werden.

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Zuvor hatte die Verteidigerin erklärt, sie habe lange mit sich gerungen, ob sie ihren Antrag überhaupt stellen solle. „Meinem Mandaten geht es nicht gut, es wäre eigentlich gut, wenn das Verfahren schnell beendet wird.“ Der 28-Jährige leide nämlich unter psychiatrischen Problemen und Angstzuständen: „Er fühlt sich von der Familie des Verletzten verfolgt.“

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