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PVC-Böden kehren zurück in öffentliche Gebäude in Dorsten

hzBodenbelag

Seit mehr als 25 Jahren sind in Dorsten keine PVC-Bodenbeläge in öffentlichen Gebäuden mehr verbaut worden. Jetzt soll der Beschluss aufgeweicht werden. Es geht ums Geld, aber nicht nur.

Dorsten

, 15.05.2019 / Lesedauer: 2 min

Lebenszykluskostenbetrachtung - dieses sperrige Wort spielt bei der künftigen Auftragsvergabe eine zentrale Rolle. Natürlich geht es um die Frage, wo ein PVC-Boden eingebaut wird, was die Reinigung kostet und wie lange er vermutlich hält. Da hat der PVC-Boden nach einem Vergleich der Stadtverwaltung meist Vorteile gegenüber einem Linoleum- oder Kautschuk-Untergrund.

Stadt verlangt eine Herstellererklärung

Doch genauso wichtig, das ist einer Beschlussvorlage für den Bauausschuss (21. Mai, 17 Uhr, Rathaus) zu entnehmen, ist die Frage, woher der Boden kommt. Und da wird‘s kompliziert. „Die Beschränkung auf nur in Deutschland hergestellte PVC-Beläge lässt das Vergaberecht nicht zu“, betont Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Also will die Stadtverwaltung künftig von Herstellern eine Erklärung verlangen, dass auf gesundheitsgefährdende Stoffe (zum Beispiel Cadmium und Blei) verzichtet und der Bodenbelag „nach Gebrauch“ wieder zurückgenommen wird. Die Idee: Produkte aus Billigländern mit schlechten Umwelt- und Produkteigenschaften sind damit raus.

Früher galten PVC-Böden per se als „giftig“, deshalb wurden sie seit 1992 auf Antrag der Grünen in öffentlichen Gebäuden in Dorsten nicht mehr verbaut. Mittlerweile gibt es andere Produktionsverfahren. Die Lembecker Firma „Haus der Teppiche“ schreibt auf ihrer Homepage: „Die Produktion und Verwendung von PVC-Bodenbelägen sind nach heutigem Kenntnisstand mit keinerlei wesentlichen Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt verbunden.“

PVC-Böden gibt es auch in Krankenhäusern

Möglichen Kritikern hält der Bürgermeister außerdem entgegen, dass bundesweit PVC-Böden in großen Einrichtungen verwendet werden, sogar in Krankenhäusern. „Eine Nachfrage in allen großen kreisangehörigen Städten ergab, dass in keiner ein vergleichbares Einbauverbot für PVC-Beläge besteht.“

Einzige Ausnahme: Für Kindertagesstätten in Dorsten soll es auch in Zukunft keine PVC-Bodenbeläge geben.

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