„Randale-Tourismus“ bei Schützenfesten? Stadt und Vereine suchen gemeinsame Strategie

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Nach mehreren Zwischenfällen will die Stadt Dorsten mit den Schützenvereinen über eine Sicherheitsstrategie sprechen. Dabei geht es auch um „Randale-Tourismus“.

Dorsten

, 02.07.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Schlägerei vor zwei Wochen in Lembeck, mehrere Polizei-Einsätze am Wochenende in Wulfen - Stadtverwaltung und Schützenvereine sind alarmiert. „Wir sind uns darüber einig, dass solche Verhaltensweisen nicht geduldet werden können“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne. „Die Stadt wird daher mit allen Beteiligten das Gespräch suchen, um zu überlegen, welche Strategien dagegen wirken können.“

Es sind meist einige wenige „Gäste“, die im Laufe eines Abends für Unruhe sorgen. Dabei handelt es sich nach Erkenntnissen der Stadtverwaltung oftmals nicht um Vereinsmitglieder, in Wulfen gab es Schlägereien außerdem nicht nur in unmittelbarer Nähe des Festzeltes. „Da können Verein und Sicherheitsdienst nichts machen“, betont Böhne.

„Gewalttätige Ausschreitungen dieser Art gab es auch bereits bei anderen Festen – auch außerhalb von Dorsten.“
Stadtsprecher Ludger Böhne

Der Stadtsprecher weiß von Berichten über Gruppen, die sich in Sozialen Netzwerken verabreden und gezielt Schützenfeste bereisen, um solche Störungen zu verursachen. „Gewalttätige Ausschreitungen dieser Art gab es auch bereits bei anderen Festen – auch außerhalb von Dorsten.“

Wichtig ist der Stadtverwaltung deshalb, dass der Abbruch der Wulfener Party „nicht ordnungsrechtlich bedingt“ gewesen sei. „In den letzten zwei Jahren hat es auch keine nachträglichen Lärmbeschwerden bei der Stadt zu einem Dorstener Schützenfest gegeben“, betont Böhne. Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber betonte indes, dass die Wulfener Party zu einem Zeitpunkt im Außenbereich abgebrochen worden sei, als „die Genehmigung abgelaufen war“.

Sperrstunden werden flexibel gehandhabt

Tatsächlich werden Sperrstunden und -zeiten in Dorsten flexibel gehandhabt. Die Genehmigungen der Stadt Dorsten lauten für alle Schützenvereine nahezu gleich, bieten aber „individuelle Gestaltungsmöglichkeiten“. Böhne erklärt das so: „Bei Festen über drei Tage liegt die Sperrstunde im Durchschnitt bei 1 Uhr, bei Festen über vier Tage bei Mitternacht. Wie die Schützenvereine diese Zeiten verteilen, legen sie selbst fest. So kann eine Sperrstunde Mitternacht mit einer Sperrstunde 2 Uhr verrechnet werden.“

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Für die Stadt Dorsten besteht deshalb „keine Notwendigkeit zu regelmäßigen Kontrollen“. Die ehrenamtlich organisierten Vereine seien professionell aufgestellt, die Musiktechniker, Kirmesbetreiber und Sicherheitsdienste wüssen, worauf zu achten sei. Und wenn dann außerhalb der Dienstzeiten des Ordnungsamtes „anlassbezogene Kontrollen“ notwendig seien, dann „sind das Angelegenheiten der Polizei“.

So wie in Wulfen.

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