Revival: Seit Corona gibt es einen „neuen“ Trend - Fahrradfahren

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Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint und viele haben in der Coronakrise ihre Fahrräder wieder ausgepackt. Die Fahrradläden freut es. Sie kommen mit Reparaturen kaum noch hinterher.

Dorsten

, 19.05.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist doch so langweilig, nix ist los, nirgendwo durfte man hin und Treffen waren auch lange untersagt. Seit Corona unser aller Leben bestimmt, haben sich die Freizeitaktivitäten erheblich reduziert. Dabei haben viele einen alten Freund wieder aus dem Keller geholt: das Fahrrad.

E-Bikes und Trekkingräder beliebt

Seit Wochen sieht man immer mehr Fahrradfahrer - als ganze Familien, als Pärchen oder auch alleine sind sie unterwegs. Andree Lehmbruck ist Geschäftsführer des Fahrradladens Bomm in Dorsten. Er erlebt jeden Tag den neuen Run auf Fahrräder. „Am meisten gehen E-Bikes über den Ladentisch, aber viele in Dorsten kaufen auch Trekkingbikes“, sagt Andree Lehmbruck.

Im Vordergrund stehe bei Radsport Bomm immer die individuelle Beratung bei jedem Kunden. „Wenn der Kunde kein Vertrauen zum Verkäufer hat, dann kauft er auch das Rad nicht bei ihm“, sagt Lehmbruck, der seit 35 Jahren im Beruf ist. Aus diesem Grund werden bei Bomm überwiegend an den Kunden angepasste Räder gemacht und verkauft.

Fahrrad-Reparaturtermine bis August ausgebucht

Derzeit holen aber auch viele Menschen ihre alten Räder wieder aus dem Keller und bringen es zur Reparatur in die Fahrradwerkstätten. „Im Moment ist viel mit alten Rädern, die zur Reparatur kommen, aber wir schaffen es nicht mehr, sie alle zu reparieren“, sagt Andree Lehmbruck.

Radsport Bomm ist mit Fahrradreperaturen bis August ausgebucht.

Radsport Bomm ist mit Fahrradreparaturen bis August ausgebucht. © Ralf Pieper (A)

Bis August seien die Termine für Reparaturen bereits vergeben. „Wir nehmen zur Zeit nur noch Notfall-Reperaturen an.“

Darauf sollten Sie vor der ersten Fahrt mit ihrem Rad achten:

  • Als erstes ist zu prüfen, ob die Bremsen noch funktionieren.
  • Auch die Reifen müssen kontrolliert werden, sie könnten platt oder sogar brüchig sein.
  • „Wer sein Fahrrad über Jahre einlagert, sollte sein Rad am besten aufhängen“, sagt Andree Lehmbruck.
  • Wer sein Rad in der Nähe von Streusalz aufbewahrt hat, der müsse damit rechnen, dass es zu Roststellen kommt.
  • Auch die Kette sollte überprüft werden. Ist sie eingetrocknet, kann sie reißen. Es empfiehlt sich, die Kette vor der ersten Fahrt zu ölen.

Aber eigentlich gilt eine generelle Überprüfung des Fahrrads vor jeder Fahrt, weiß Andree Lehmbruck. „Ein Rad muss laut StVZO vor jeder Fahrt einer sogenannten Sichtprüfung unterzogen werden“, sagt der Geschäftsführer.

Radstation in Dorsten ist „wieder voll am Start“

Die schönste Zeit zum Radfahren ist ja gerade jetzt im Mai - es nicht zu kühl und nicht zu heiß. Und viele Arbeitswege werden jetzt mit dem Rad gemacht. Das weiß auch Radstationschef Günter Hölsken. Er ist mit seinem Team seit dem 4. Mai schon wieder im Dienst gewesen, wenn auch erst etwas eingeschränkt mit sieben Stunden pro Tag.

Die Radstation am Dorstener Bahnhof.

Die Radstation am Dorstener Bahnhof © Manuela Hollstegge (A)

Seit dem 11. Mai sieht das anders aus. „Seitdem sind wir wieder den ganzen Tag für unsere Kunden da“, freut er sich. Von morgens 5.45 bis abends 20 Uhr kann die Radstation wieder genutzt werden. „Wir sind jetzt wieder voll am Start und es läuft echt gut. Die Leute nehmen uns rege in Anspruch“, so Hölsken.

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Wer an seinem Fahrrad jetzt aber Mängel entdeckt hat, die er nicht selbst flicken kann, der muss nicht unbedingt bis August warten, bis in den Fahrradläden wieder Termine frei sind.

In Dorstens Radstation wird wieder fleißig gewerkelt. Auch Reparaturen können hier durchgeführt werden.

In Dorstens Radstation wird wieder fleißig gewerkelt. Auch Reparaturen können hier durchgeführt werden. © Manuela Hollstegge (A)

„Die Fahrradläden in Dorsten sind alle bis oben zu mit Terminen“, weiß Günter Hölsken. Davon profitiere jetzt die Radstation. Denn die Reparatur-Termine, die die Läden nicht mehr annehmen können, gehen jetzt teilweise an die Radstation.

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