Rewe, Aldi, Edeka und ein Bio-Markt - alles Verhandlungssache in Dorstens Innenstadt

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Rewe will ins „Toom“-Gebäude investieren. Aldi sucht einen neuen Standort. Die Mercaden wollen das Sortiment verändern. Der Einzelhandel in Dorstens Innenstadt kommt in Bewegung.

Dorsten

, 06.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Eigentümer möchte gemeinsam mit Rewe in das „Toom“-Gebäude am Platz der Deutschen Einheit investieren. Die Nachricht hat Josef Hadick in dieser Woche überrascht. Denn auch der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschat Windor hatte die hartnäckigen Gerüchte im Ohr, dass sich Rewe aus der Dorstener Innenstadt zurückziehen könnte.

„Mit den Behörden abstimmen“

Seit dieser Woche ist allerdings von einem „attraktiven Gebäude“ die Rede, das in den nächsten zwei Jahren „gemeinsam mit Rewe“ zu einem „zentralen Nahversorgungspunkt“ ausgebaut werden soll. Wie genau, das lässt der sogenannte Mercureim-Fonds offen, will sich aber „zu gegebener Zeit mit den zuständigen Behörden abstimmen“.

Josef Hadick will zeitnah Kontakt zu den neuen Eigentümern aufnehmen. Doch nicht nur bei der Stadt Dorsten stoßen die Pläne auf Interesse. Der Chef des Mercaden-Managements, Helmut Koprian, räumt ein, dass „wir erst in der Lage sind, definitive Realisierungsplanungen und Vermietungsgespräche zu führen, wenn Klarheit besteht bei Rewe, Aldi und Edeka“.

Mercaden wollen das Sortiment verändern

Derzeit verhandelt das Centermanagement aber nicht nur mit möglichen Mietern, sondern auch mit der Stadt und der Politik über eine Änderung des Bebauungsplans. Das ist notwendig, um die Sortimentsstruktur verändern zu können, auch im Bereich Lebensmittel. Koprian bezeichnet die Gespräche als „Erfolg versprechend“.

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Nicht minder kompliziert sind die Gespräche zwischen Stadt Dorsten und Aldi Nord. „Wir beschäftigen uns weiter intensiv mit dem Thema, einen alternativen Standort in Innenstadt-Nähe zu finden, wo wir unser modernes Filialkonzept umsetzen können“, bestätigte Unternehmenssprecher Michael Strothoff auf Anfrage.

Dem Vernehmen nach favorisiert der Essener Discounter das Gelände der alten Agathaschule am Vosskamp. Dann jedoch müsste eine Zufahrt von der Gladbecker Straße gebaut werden, was ohne die Zustimmung von Bund und Land nicht geht. Unklar wohl auch, wer das neue Verkehrskonzept letztlich bezahlen würde.

„Die Ansiedlung eines Lebensmittel- discounters wäre für die Mercaden ein Wettbewerbsgewinn.“
Helmut Koprian (Mercaden)

Weil noch so viele Fragen offen sind, hat Aldi Nord den Mietvertrag für den Markt an der Alleestraße „noch einmal bis zum 31. Dezember 2020 verlängert“, so Strothoff. Eigentlich sollte die kleine Filiale schon im letzten Jahr geschlossen werden, wurde aber nach massiven Bürgerprotesten offengehalten, ursprünglich bis Frühjahr 2020.

Falls Aldi am Vosskamp nicht zum Zug kommt, wären womöglich die Mercaden wieder im Rennen. Helmut Koprian sagt: „Mit Kaufland und Müller haben wir zwei frequenz- und umsatzstarke Ankermieter. Die Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters oder eines Bioladens wäre für die Mercaden aber ein Wettbewerbsgewinn und würde den Standort Innenstadt deutlich stärken.“

Apropos Bioladen: Auch da soll es vor längerer Zeit mal eine Anfrage im Rathaus gegeben haben. Ein denkbarer Standort wäre das sogenannte „Bügeleisenhaus“ neben „Toom“ gewesen, das aber noch immer nicht gebaut ist. Das verlassene Wohn- und Geschäftshaus am Ostwall gilt mittlerweile als Schandfleck in der Altstadt.

Rewe, Aldi, Edeka und ein Bio-Markt - alles Verhandlungssache in Dorstens Innenstadt

Das ehemalige Krietemeyer-Gelände an der Kirchhellener Allee gilt im hinteren Bereich als möglicher neuer Standort für Edeka. © Guido Bludau

Zu guter Letzt: Gebaut wird hingegen womöglich schon bald auf dem ehemaligen Krietemeyer-Gelände an der Kirchhellener Allee. Das ist nicht weit weg von der Altstadt. Im vorderen Bereich entsteht gerade der neue Olymp Sportpark (Eröffnungstermin noch unklar), dahinter könnte ein großer Edeka-Markt Platz finden. Aber auch hier gilt: Die Gespräche laufen...

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