Mieter am Robinsonplatz beschwerten sich über dunkle Wohnungen - jetzt sind zehn Bäume weg

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Mieter am Robinsonplatz hatten die Dunkelheit satt. Und auch die Schatten, die die wuchtigen Baumkronen alter Laubbäume vor ihren Fenstern warfen. Das ist jetzt vorbei.

Dorsten

, 23.07.2019 / Lesedauer: 2 min

Als am Donnerstag Mitarbeiter einer Fachfirma die Motorsägen an den dicken Baumstämmen von zehn alten Laubbäumen auf dem Robinsonplatz ansetzten, rief der Barkenberger Rainer Link umgehend um Hilfe: „Hier werden gerade zehn Bäume gefällt. Die sind aber gesund“, sagte er gegenüber der Dorstener Zeitung.

Mieter am Robinsonplatz beschwerten sich über dunkle Wohnungen - jetzt sind zehn Bäume weg

Die drei Anwohner Bernd Hombücker, Rainer Link und Thorsten Lehmann (v.l.) reagierten verärgert auf die Baumfällaktion am Robinsonplatz. © Bludau

Link und zwei weitere Nachbarn hätten es gern verhindert, dass die Bäume weichen müssen. Aber vergeblich: „Die Aktion war mit der Eigentümergemeinschaft der Wohnhäuser am Robinsonplatz und mit der Stadt Dorsten abgestimmt“, sagt Thomas Knedel.

Thomas Knedel ist Geschäftsführer der Triamis. Sie hat 2018 drei Mehrfamilienhäuser am Robinsonplatz 1-3 gekauft und aufwendig saniert. Neue Gaszentralheizungen, neue Bäder und dazu eine Kernsanierung der Drei- bis Vierzimmerwohnungen erfreuen seitdem etliche neue Mieter. Von insgesamt 26 Wohneinheiten waren 14 frei, „elf haben wir schon vermieten können“, so Knedel.

Mieter klagten über verschattete Räumlichkeiten

Relativ schnell hätten sich die Mieter über die Verschattung ihrer Wohnräume durch die Bäume beklagt. Und auch der von Bäumen verursachte Grünspan an den Schieferfassaden habe Kritik hervorgerufen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, so Knedel. Knapp anderthalb Jahre habe man sich mit der Frage beschäftigt, ob die Bäume weg müssten oder ob sie nicht durch einen starken Rückschnitt erhalten bleiben könnten. Am Ende habe man sich für die Fällung der Bäume entschieden.

Mit der Stadt Dorsten abgestimmt

„Das ist mit Mietern und Nachbarn besprochen worden, aber natürlich auch mit der Stadt Dorsten abgestimmt worden“, sagt Knedel. Die Stadt verweist darauf, dass Dorsten seit 2008 keine Baumschutzsatzung mehr hat. Weil die Bäume nicht im Bebauungsplan für den Robinsonplatz eingetragen sind und auf privatem Grund stehen, genießen sie keinen besonderen Schutz. Also wurden sie jetzt entfernt.

Thomas Knedel erwägt, den parkähnlichen Charakter des Robinsonplatzes durch Neuanpflanzungen zu unterstreichen „Es werden aber keine Bäume mehr sein, die besonders groß werden.“

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