Rossini-Skulptur bereichert Lebensader im Stadtsfeld

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Am Samstag wurde eine neue Skulptur des Künstlers Kastulus Wolf am Rossiniplatz im Stadtsfeld enthüllt. Sie soll den Diskurs zwischen Kunst und Musik im Viertel weiter vorantreiben.

von Sabine Bornemann

Dorsten

, 21.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Ideenfabrik Stadtsfeld“ ist eine Bürgerinitiative, die sich seit mehreren Jahren darum bemüht, im Quartier neue Räume für nachbarschaftliche Begegnung zu schaffen. Der Rossiniweg quer durchs Viertel wurde zu einer Lebensader entwickelt, gesäumt von Möglichkeiten für Sport, Spiel, Kunstbetrachtung und Kontemplation. Die feierliche Enthüllung einer neuen Rossini-Plastik am gleichnamigen Platz am Samstag (19. September) soll den Diskurs zwischen „Kunst und Musik“ fortsetzen.

Der Sprecher der Ideenfabrik Stadtsfeld, Gerhard Jendrzey, fügte in seiner Ansprache als Drittes noch den Begriff „Respekt“ aus dem Dorstener Stadtdialog hinzu: „Unser Musikerviertel bietet unzählige Möglichkeiten, Menschen an Musik heranzuführen. Aber das geht nur gemeinsam und in Respekt voreinander. Die Künstlerinnen Rosi Soggeberg und Brigitte Stüwe wollen diesen Aspekt gemeinsam mit der Youngcaritas und anderen Jugendgruppen in den nächsten Wochen visualisieren und im Ortsteil platzieren. Alle können hier Ideen einbringen.“

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Die kleine Feierstunde zwischen den Spielgeräten am Rossiniplatz wurde von Po-Fan Chen (Violine) und Miriam Griess (Cello) musikalisch begleitet. Gioachino Rossini hat fast nur opulente Opern geschrieben, kaum Kammermusik. Daher waren aus seiner Feder nur einige bekannte Opernthemen zu hören. Eingebettet in vier Duos für Cello und Violine von Reinhold Gliére war ein launiger Vortrag des früheren Leiters der Städtischen Musikschule, Eugen Kayser, über die Person Gioachino Rossini. Der italienische Komponist war schon als Zwanzigjähriger eine erfolgreiche Berühmtheit. Er hat insgesamt 39 Opern geschrieben und setzte sich im Alter von 36 Jahren zur Ruhe. Er war ein Genussmensch, liebte das Kochen und wurde 76 Jahre alt.

Skulptur war für den Künstler eine Herausforderung

Diese Persönlichkeit in eine Skulptur zu fassen, war für den Schermbecker Bildhauer Kastulus Wolf eine spannende Herausforderung. Wenn man ein Portrait anfertigt, sitzt normalerweise jemand Model. Aber ohne ein reales Gegenüber kann man sich nur auf Darstellungen, Fotos und Gemälde beziehen, die natürlich alle bereits eine Interpretation beinhalten. Wolf war besonders angetan von Karikaturen, die Rossini als „Geistesmensch“ mit großem Kopf und viel zu kleinem Körper zeigten. Seine Figur flaniert in sich ruhend, etwas überheblich durch den Ort. Wolf hat Körper und Kopf getrennt in Gips gefertigt und konnte so mit ihrem genauen Verhältnis vor dem abschließenden Bronzeguss noch experimentieren. Die faszinierende Figur ist nun auf einer Stele am Rande des Rossiniplatzes zu bewundern. Gefördert wurde das Projekt „Wir im Stadtsfeld - Kunst, Musik, Respekt“ von der „Heimat-Werkstatt“ Dorsten.

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