So grau wird die Hochstadenbrücke zwischen Altstadt und Maria Lindenhof künftig aussehen

hzWir machen Mitte

Das nächste Brücken-Projekt steht an: Die Hochstadenbrücke über den Kanal wird mit Investitionen von mehreren hunderttausend Euro aufgehübscht - allerdings doch nicht mehr in diesem Jahr.

Dorsten

, 23.11.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hochstadenbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal ist schwer in die Jahre gekommen und sieht reichlich schmuddelig aus. Deshalb soll diese wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Innenstadt und Maria Lindenhof mit mehreren Hunderttauend Euro für das Stadtumbau-Projekt „Wir machen Mitte“ mit einem neuen Farb- und Lichtkonzept umgestaltet werden.

Lange Diskussionen

Eigentlich sollte dies noch in 2019 geschehen - aber die Baumaßnahme verschiebt sich auf das nächste Jahr. „Bis zum Sommer 2020 soll es umgesetzt sein“, erklärte Bernd Lehmann (Planungsamt der Stadt) auf Anfrage. Der zeitliche Verzug hat vor allem zwei Gründe. Zum einen waren der Entscheidung gleich mehrere Diskussionsrunden vorausgegangen.

Die Planungsbüros hatten mehrere Vorschläge für ein Farbkonzept erarbeitet, die im Februar dem „Beirat für Kunst im öffentlichen Raum“ vorgelegt wurden. Die Stadtverwaltung hatte der Politik anschließend im April eine blau-grau-rot-weiße Version vorgeschlagen.

So grau wird die Hochstadenbrücke zwischen Altstadt und Maria Lindenhof künftig aussehen

Der geplante rote Bodenbelag © Grafik: Greenbox/Lichtraumstadt

Doch damit waren die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses nicht einverstanden und forderten eine neue Behandlung des Themas im Kunst-Beirat. Dessen Mitglieder entschieden sich schließlich für eine neue Optik. Und darüber musste erneut die Politik entscheiden.

Ingenieursstelle war vakant

Zweiter und schwerwiegenderer Grund: Die Stelle des Brücken-Ingenieurs innerhalb der Stadtverwaltung war längere Zeit vakant. „Doch inzwischen ist sie wieder besetzt“, so Bernd Lehmann.

Obwohl die Baumaßnahme aus Gründen der Förderrichtlinien (das Land übernimmt 80 Prozent der Kosten, den Rest die Stadt) eigentlich schon in diesem Jahr hätte beendet und abgerechnet sein müssen, habe das Land eine Ausnahme gemacht. „Deswegen dürfen wir das Projekt ins nächste Jahr ziehen“, so Lehmann.

„Graue Lösung“

Die Politik sprach sich schließlich dafür aus, im Wesentlichen mit Grautönen zu arbeiten und in den Abendstunden Akzente mit farbigen Licht zu setzen. „Auch Dr. Michael Ludes als Sachwalter des Urheberrechts an dem Gestaltentwurf seines Vaters hat diesem Vorgehen zugestimmt“, so Stadtpressesprecher Ludger Böhne.

Die Dächer sollen farbig beleuchtet werden, der Boden unter den Hauben wird mit neutraler Farbe illuminiert. Auch die Geländer-Handläufe geben unterseitig ein bodennahes Licht ab.

Roter Wegebelag

„Außerdem soll der Wegebelag farblich in Rot hervorgehoben werden und damit einen gestalterischen Teppich zwischen Maria Lindenhof und dem Altstadtkern ausrollen“, so Ludger Böhne.

Zurzeit werden die Ausschreibung der Maßnahme vorbereitet und die Umsetzung abgestimmt mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die für den Kanal zuständig ist. Die Bauabläufe seien außerdem mit weiteren Baumaßnahmen in diesem Umfeld zu koordinieren. So sollen im kommenden Jahr der Hochstadenplatz erneuert und die Rampe am Schulhof behindertengerecht ausgebildet werden. „Wir wollen die Einschränkungen für die Nutzer so gering wie möglich halten“, so Böhne.

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