Polizei gelingt Schlag gegen internationale Schleuserbande

hzEinsatz in Dorsten

Eine international agierende Schleuserbande ist am Donnerstag aufgeflogen. Eine Spur führte auch nach Dorsten. Beamte der Bundespolizei durchsuchten am Morgen Wohnungen.

Holsterhausen

, 02.07.2020, 14:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der deutschen Bundespolizei und der österreichischen Polizei ist am Donnerstag ein Schlag gegen eine international agierende Schleuserbande gelungen. Bei mehreren gleichzeitig stattgefundenen Wohnungsdurchsuchungen nahmen die Beamten in Deutschland und in Österreich vier dringend Verdächtige fest und stellten Beweismaterial sicher.

Vermummte Polizisten auf der Freiheitsstraße

Vermummte Beamte der Bundespolizei München waren am Morgen auf der Freiheitsstraße in Holsterhausen aufgetaucht. Ein Augenzeuge berichtete, dass sie „mit offenen Laptops über die Straße liefen“. Ein anderer sah, wie sie „mehrere Sachen aus Wohnungen getragen“ haben. Stunden später stellte sich heraus, dass dieser Einsatz Teil einer konzertierten Aktion war.

Die Bundespolizeiinspektion Passau ermittelt nach eigenen Angaben seit Oktober 2019 „wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern“. Anlass sei die Festnahme eines Schleusers am 21. Oktober 2019 gewesen, der vier irakische und einen iranischen Staatsbürger im Bereich Obernberg (Landkreis Passau) illegal von Österreich nach Deutschland brachte.

Monatelange Ermittlungen in Deutschland und Österreich

In den folgenden Monaten haben die Behörden in Deutschland und Österreich weitere Tatbeteiligte ermittelt. Am Donnerstagmorgen durchsuchten Einsatzkräfte der Bundespolizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Landshut zeitgleich fünf Wohnungen in Oberhausen, Gelsenkirchen, Herne und Dorsten. Sie nahmen dabei drei dringend tatverdächtige Schleuser syrischer und irakischer Nationalität fest.

Gleichzeitig erfolgten im Auftrag der Staatsanwaltschat Graz drei Wohnungsdurchsuchungen und die Festnahme eines weiteren dringend tatverdächtigen Schleusers im Großraum Graz durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Steiermark.

„Den Festgenommen wird vorgeworfen, sichtvermerkspflichtige Drittstaatsangehörige auf der sogenannten Balkanroute nach Österreich und Deutschland eingeschleust zu haben“, bestätigte Polizeisprecher Albert Resch. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand muss von einer gewerblichen und bandenmäßigen Struktur der Schleuserorganisation ausgegangen werden.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt