Michael Wendler hält sich derzeit nicht mehr, wie hier, in seiner Villa in Dinslaken auf. Jetzt muss der Schlagerstar für Arbeiten vor zehn Jahren zahlen. © picture alliance / dpa
Gerichtsurteil

Schlagerstar Michael Wendler muss Dorstener Firma mehr als 25.000 Euro zahlen

Schlagersänger Michael Wendler muss für Arbeiten an seiner Villa mehr als 25.000 Euro an eine Dorstener Trockenbaufirma bezahlen. Die Verhandlung in Duisburg gestaltete sich kurios.

In einem bereits acht Jahre andauernden Prozess vor dem Duisburger Landgericht ist nun ein Urteil gefallen. Die Dorstener Trockenbaufirma Peters Elementebau hatte den bekannten Schlagersänger Michael Wendler verklagt, weil dieser nach Arbeiten an seiner Villa in Dinslaken rund 25.000 Euro nicht gezahlt hatte.

Wendler und Anwalt erscheinen vor Gericht nicht

Nun hat das Gericht entschieden: Der Musiker muss zahlen. Michael Wendler sah keinen Grund dazu, weil die Arbeiten aus seiner Sicht deutliche Mängel aufwiesen. Zudem machte er selbst finanzielle Ansprüche gegen die Dorstener Firma geltend, weil sich diese durch Äußerungen in den Medien rufschädigend verhalten habe.

Das Landgericht hatte am Montag eine mündliche Verhandlung anberaumt. In den vergangenen Jahren waren zur Beweisfindung zahlreiche Gutachten erstellt worden, was nach Angaben des Landgerichts die Dauer des Prozesses erklärt. Jeder potenzielle Mangel müsse einzeln bewertet werden. Zu der mündlichen Verhandlung sollten die Parteien persönlich erscheinen. Kurios: Die Seite des Beklagten war nicht vertreten. Weder Michael Wendler, der seinen Erstwohnsitz in Florida hat, noch sein Rechtsanwalt erschienen in Duisburg. Der Anwalt habe das Mandat niedergelegt.

In Abwesenheit der einen Partei erließ der Richter ein sogenanntes Versäumnisurteil. Dabei fällt die Entscheidung allein auf Grundlage des Klägervortrags. Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig. Zwei Wochen lang kann der Schlagersänger Revision beantragen, dann würde die Hauptverhandlung zeitnah neu angesetzt.

Dorstener Firma froh über Ende des langen Prozesses

Uwe Peters, Geschäftsführer der Dorstener Firma, ist froh, dass die lange Geschichte dieses Prozesses nun beendet scheint. „Wichtig war, dass jetzt ein Urteil fällt“, meint er auf Anfrage. Neben den nicht erfolgten Zahlungen müsse die Gegenseite auch die entgangenen Zinsen zahlen.

Uwe Peters befindet sich seit Jahren im Rechtsstreit mit Sänger Michael Wendler.
Uwe Peters befindet sich seit Jahren im Rechtsstreit mit Sänger Michael Wendler. © Jörn Hartwich (A) © Jörn Hartwich (A)

Insgesamt laufe der rechtliche Streit bereits seit zehn Jahren, ein erstes Verfahren war noch zugunsten des Sängers ausgegangen. Weil ein Fehler im Verfahren festgestellt worden sei, fand auch der zweite Prozess vor dem Landgericht statt.

„Dieser Prozess hätte eigentlich nicht so lange dauern müssen“, findet Uwe Peters. Vier Richter hätten sich insgesamt mit dem Fall befasst. Dreimal sei er in dieser Zeit vor Gericht erschienen. „Letztlich haben wir Recht bekommen“, stellt Uwe Peters fest. Er gehe nicht von einer Revision aus, da der Anwalt nicht mehr mit dem Fall betraut und Michael Wendler in den USA nicht zu erreichen sei.

Aber die Urteilsvollstreckung könnte sich noch eine Weile hinziehen. „Herr Wendler wird definitiv nicht zahlen und nicht nach Deutschland kommen“, glaubt Uwe Peters. Eine Zwangsvollstreckung sei zudem in den USA kompliziert, weil es dort keine Grundbücher wie in Deutschland gebe.

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