Schuleinbrüche: Junger Dorstener bleibt in Deckung

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Nach einer Serie von Schuleinbrüchen in Dorsten steht ein 24-jähriger Dorstener in Essen vor Gericht. Reden will er zwar – aber nicht über die Hauptvorwürfe.

Dorsten/ Essen

, 23.01.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das wird kein leichter Fall für die Richter. Immer wieder ist in Dorsten und Umgebung im vergangenen Jahr in Schulen eingebrochen worden. Die Von-Ketteler-Schule war zum Beispiel dabei, die Albert-Schweitzer-Schule, die Wilhelm-Lehmbruck-Schule und die Geschwister-Scholl-Schule. Geklaut wurde meist nicht viel, zerstört dagegen umso mehr. Seit Donnerstag wird einem der mutmaßlichen Täter der Prozess gemacht.

Der Mann, der von zwei Wachtmeistern in Saal 101 des Essener Landgerichts geführt wurde, ist gerade mal 24. Die letzten Monate vor seiner Festnahme hat er auf der Straße gelebt oder bei Freunden übernachtet. Aus seiner letzten Wohnung am Alten Postweg war er schon Ende 2018 rausgeworfen worden.

Rund 60 Zeugen - auch für eine Verfolgungsjagd

In der Anklage sind rund 60 Zeugen aufgelistet. Viele davon wird man wohl auch brauchen. Zu den Hauptvorwürfen will sich der 24-Jährige nämlich nicht äußern. Neben den Einbrüchen geht es auch um Gewalt, um einen Handyraub, um Tankbetrug und um eine Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagd.

Laut Anklage ist der Dorstener im Mai 2019 mit einem geklauten Opel durch Gelsenkirchen gerast – auf der Flucht vor einer Polizeistreife. Die hatte den Wagen stoppen und kontrollieren wollen. Bis zu Tempo 180 soll das Tacho der Polizeistreife damals angezeigt haben. Gestellt wurde der Dorstener nach Angaben seines Verteidigers aber nicht. Damit muss auch erst einmal offenbleiben, ob er überhaupt am Steuer gesessen hat.

DNA-Spuren am Tatort

Erzählt hat der 24-Jährige vor allem von seinem angeblichen Drogenkonsum. Marihuana, Ecstasy, Kokain und Alkohol. „Marihuana habe ich täglich geraucht“, sagte er den Richtern. Die anderen Sachen, je nachdem, ob er gerade Geld gehabt habe. Wo das hergekommen sei? „Manchmal habe ich im Spielcasino gewonnen. Aber mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

Gearbeitet hat der 24-Jährige nach eigenen Angaben zuletzt 2018 – als Hausmeister auf 450-Euro-Basis. Doch auch dieser Minijob war nicht von Dauer. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er das Diebesgut verkauft hat. Doch das muss sich erst noch herausstellen.

Das Essener Landgericht hat für den Prozess noch vier Verhandlungstage bis Mitte Februar vorgesehen. Es könnte aber auch länger dauern. Die Richter haben einen psychiatrischen Gutachter hinzugezogen, um den angeblichen Drogenkonsum zu durchleuchten und den Grad der Schuldfähigkeit festzustellen. Außerdem scheint die Beweislage schwierig zu sein. An einigen Tatorten soll es zwar DNA-Spuren geben. Das gilt aber eben längst nicht für alle.

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