Dorstens Schulen bekommen eine große Lieferung iPads - und dann?

hzDigitalisierung in Schulen

Der Digitalpakt Schule will die Schulen für die Zukunft rüsten. Auch Dorstener Schulen profitieren davon. Wie genau? Was ist geplant, was umgesetzt? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Dorsten

, 11.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon vor dem Ausbruch der Pandemie war klar: Das Thema Digitalisierung an Schulen ist ein wichtiges in Dorsten. Aber: Das Coronavirus hat in den vergangenen Monaten einige Prozesse beschleunigt. Wo stehen die Dorstener Schulen gerade digital? Wie macht sich der sogenannte Digitalpakt Schule schon bemerkbar? Die wichtigsten Informationen liefern wir hier im Fragen-und-Antworten-Format:

? Erst mal ganz grundsätzlich: Was genau ist der Digitalpakt?

Der Digitalpakt Schule ist ein Förderprogramm vom Land NRW. Darin werden bis 2024 den Kommunen Mittel zur Verfügung gestellt, um ihre Schulen digital voranzubringen. Der Stadtrat in Dorsten hat Ende 2019 die Strategie verabschiedet. Dorsten bekommt aus dem Digitalparkt insgesamt 2,6 Millionen Euro.


? Wie hat Dorsten davon schon profitiert? Wurde schon etwas umgesetzt?

Im ersten Antrag hat die Stadt bereits etwas mehr als eine Million Euro erhalten. Damit wurde die digitale Infrastruktur der weiterführenden städtischen Schulen (Gesamtschule Wulfen und Neue Schule) sowie von Agatha- und Bonifatiusschule eingerichtet. Weitere 114.000 Euro gibt es in diesem Jahr noch für die Urbanussschule und die Albert-Schweitzer-Schule. Die übrigen städtischen Schulen sind 2021 und 2022 an der Reihe.

? Werden Anträge auch abgelehnt?

Eigentlich nicht. Sie müssen aber fristgerecht gestellt werden, und einige formale Kriterien sind zu beachten.


? Was ist das Sofortausstattungsprogramm?

Damit werden aus Landesmitteln iPads für Lehrer sowie für „Schüler mit Bedarf“ finanziert, in deren Familien es keine technischen Geräte gibt. Dorsten hat 473.000 Euro vom Land erhalten und kann damit 879 iPads für alle Schulen kaufen. Der Bedarf wurde gegen Ende der Sommerferien abgefragt. Die Geräte werden in diesen Tagen geliefert und sollen noch im November verteilt werden. Für manche Apps benötigt man kein WLAN.
Für die mobilen Endgeräte für Lehrkräfte gab es nochmals 274.500 Euro (549 iPads) vom Land. Die iPads für die Schüler haben zusätzlich eine Schutzhülle und eine Tastatur, für die Lehrer ist auch ein digitaler Stift dabei. Der war für Schüler nicht mehr drin, weil der Betrag auf 500 Euro gedeckelt war.

? Wem gehören die iPads?
Sie sind Eigentum des Schulträgers, bekommen ein „Brandzeichen“ und werden den Schülern zur Verfügung gestellt. Da die Geräte schulgebunden sind, werden sie bei einem Schulwechsel auch zurückgegeben. „Viele Praxisfragen sind allerdings noch nicht geklärt“, sagt Schuldezernentin Nina Laubenthal. Wenn zum Beispiel ein Drittklässler ein iPad bekommt, gibt er es zum Ende des vierten Schuljahres ab. Ob er unmittelbar im Anschluss an der neuen Schule wieder ein iPad bekommt, weiß derzeit niemand.

? Was passiert, wenn iPads kaputt sind oder verloren gehen?

Vom Land soll es einheitliche Nutzungsbestimmungen geben. Die sehen bislang keinen Versicherungsschutz vor. „Wir sind in Gesprächen mit verschiedenen Versicherungen, wie man diese iPads versichern kann“, sagt Nina Laubenthal. Ob sie über eine Inventarversicherung der Schulen mit abgedeckt sind oder eine spezielle Elektronikversicherung oder eine Hausratversicherung der Eltern - unklar.

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