Auch in Dorsten bleibt es beim Distanzunterricht. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Schulunterricht

Schulleiter erfreut: Distanzunterricht soll in Dorsten fortgesetzt werden

Kreis und Stadt Dorsten hatten sich früh festgelegt, am Abend stellte der Kreis dann einen Antrag ans Land: Der Distanzunterricht soll fortgesetzt werden. Die Schulleiter freuen sich.

Auch am Freitagabend war noch nicht endgültig klar, wie es in den Dorstener Schulen in der kommenden Woche weitergeht. Die Stadt Dorsten hatte bereits am Freitagmittag bekannt gegeben, dass die Schüler nicht, wie bislang geplant, am Montag zum Wechselunterricht zurückkehren, sondern im Distanzunterricht bleiben. Grund ist der Inzidenzwert, der kurz davor steht, die kritische Marke von 200 zu überschreiten (Kreis: 199,1, Landeszentrum Gesundheit: 189,9). Zuvor hatte bereits der Kreis Recklinghausen angekündigt, in den Schulen in seiner Trägerschaft, darunter das Dorstener Paul-Spiegel-Berufskolleg, weiterhin Distanzunterricht durchzuführen.

Allgemeinverfügung soll Distanzunterricht regeln

Am späten Freitagnachmittag hatte allerdings die NRW-Landesregierung eine Liste mit 13 Kreisen und kreisfreien Städten veröffentlicht, auf der der Kreis Recklinghausen fehlte. Es waren noch einmal intensive Gespräche nötig, am Abend wurde bekannt: Die Kreisverwaltung hat eine neue Allgemeinverfügung mit der Bitte um Genehmigung an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) geschickt, damit alle Schulen am Montag kreisweit einheitlich im Distanzunterricht bleiben. „Im Sinne der Eltern, Kinder und Schulen hoffe ich, dass es zu einer Lösung kommt, die dem hohen Infektionsgeschehen Rechnung trägt“, so Bürgermeister Tobias Stockhoff am Freitagabend. Die Allgemeinverfügung wird erst mit der Genehmigung durch das Ministerium gültig. „Am Montag soll nach unserer Information eine neue Betreuungsverordnung in Kraft treten, die unsere Allgemeinverfügung dann ersetzt“, erklärt Landrat Bodo Klimpel.

Ulrike Goliath, Schulleiterin der Grünen Schule und Sprecherin der Dorstener Grundschulen, begrüßt die Regelung ausdrücklich. „Die Kinder können in ihrem gewohnten Rhythmus weiterarbeiten, wir als Lehrer können uns auf eine Unterrichtsform fokussieren. Außerdem gibt es kein Riesenchaos mit den Teststrategien“, nennt sie die Vorteile der Regelungen.

Ulrike Goliath begrüßt die Weiterführung des Distanzunterrichts.
Ulrike Goliath begrüßt die Weiterführung des Distanzunterrichts. © Claudia Engel (A) © Claudia Engel (A)

Grundsätzlich sei eine einheitliche Regelung zu begrüßen, bei diesen Inzidenzzahlen bedeute das eben Distanzunterricht. „Wir können im Wechselunterricht die Qualität nicht zu 100 Prozent aufrechterhalten“, gibt Ulrike Goliath offen zu. Weiterhin werde die Schule natürlich Notfallbetreuung für Kinder anbieten, deren Familien darauf angewiesen sind.

Schulleiterin freut sich über Aktivität von Kreis und Stadt

„Ich schätze sehr, dass vonseiten des Kreises und der Stadt gehandelt wird“, erklärte Susanne Bender, Leiterin der Neuen Schule, als die Entscheidung noch nicht aus Düsseldorf abgesegnet war. Schließlich gehe es darum, die Inzidenz einzudämmen. „Und die Grenze ist mit 200 schon sehr hoch gesetzt“, findet die Rektorin.

Susanne Bender lobt die Entscheidungsfreudigkeit von Kreis und Stadt.
Susanne Bender lobt die Entscheidungsfreudigkeit von Kreis und Stadt. © privat © privat

Umso wichtiger sei es vor allem für die Eltern, sich zumindest mal auf die Situation einstellen zu können. „Wir als Schule sind da flexibel“, erklärt Susanne Bender. Grundsätzlich würde sie sich klarere Aussagen aus Düsseldorf wünschen. „Wenn man vom Brücken-Lockdown spricht, könnte man den sicherlich auch umsetzen“, gibt die Schulleiterin zu bedenken.

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