Schwere Kost

Holsterhausen Im vergangenen Jahr waren es Drogen, in diesem ist es Gewalt. Leichte Kost ist es nicht gerade, was Martin Brüggemann und Markus Mense anfassen.

06.11.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brüggemann ist Leiter des Central-Kinos in Holsterhausen, Mense Mitarbeiter des Amtes für Familie und Jugend, Schule und Sport, und dort speziell für die Jugendförderung zuständig. Gemeinsam stellen sie zum zweiten Mal ein "Kino Spezial" auf die Beine. "Evil" und Knallhart" heißen die Streifen, die am 14. und 15. November im Central laufen. Eingeladen wurden Dorstener Schulklassen der Jahrgänge 7 bis 10. "Bisher haben wir 140 Anmeldungen vorliegen, im vergangenen Jahr kamen 300 Schüler und Schülerinnen", so Mense, dem es erneut gelungen ist, einen Experten nach Dorsten zu locken. Michael Kleinschmidt ist Filmkritiker und Mitarbeiter des Instituts für Kino und Kultur in Köln, das ebenfalls ein Kooperationspartner der Veranstaltung ist. "Kleinschmidt war schon im vergangenen Jahr dabei und hat das toll gemacht", freut sich Mense, der zusammen mit dem Kölner Film-Experten vor den jeweiligen Vorstellungen eine kurze Einführung geben und den Schülern zeigen wird, worauf sie besonders achten sollen. Im Anschluss an die Vorführung haben alle Beteiligten ausreichend Zeit, über die gezeigten Streifen zu reden. Schon im Vorfeld hatten sich Brüggemann, Mense und Kleinschmidt beraten und die beiden Filme ausgewählt.

"Evil" spielt im Schweden der 50-er Jahre und handelt von dem rebellischen Erik, der nach diversen Schlägereien auf ein Internat geschickt wird. Dort üben aber ältere Schüler systematisch Gewalt auf die jüngeren aus. Das Problem: Wenn Erik zurückschlägt, fliegt er von der Schule. Die Autobiographie von Bestsellerautor Jan Guillou war der erfolgreichste Film Skandinaviens seit Jahren und wurde 2004 für einen Oscar nominiert.

In "Knallhart" muss sich der 15-jährige Michael Polischka (David Kroß) nach einem Umzug in Berlin im Brennpunkt Neukölln zurecht finden. Dabei gerät er an eine Gang und sucht Schutz bei einem Hehler. Michaels Mutter Miriam wird von Jenny Elvers-Elbertzhagen gespielt.

"Wir wollen den Blick der Jugendlichen schärfen, ihnen das Rüstzeug geben, wie Filme bewertet werden können. Dabei geht es auch um die Macht der Bilder", erklärt Mense den Hintergrund. DM

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