Sechs Rohrbrüche in drei Jahren: Das sagen Anwohner in Wulfen und die RWW

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Ostern sprudelte das Wasser aus der Erde, am Montag war die Hervester Straße wegen eines erneuten Rohrbruchs wieder überschwemmt. Die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft reagiert.

Wulfen

, 04.06.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach mehreren Rohrbrüchen in Wulfen in den vergangenen Jahren hat die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) eine teilweise Erneuerung der Hauptwasserleitung an der Hervester Straße angekündigt. „Wir werden noch in diesem Jahr damit beginnen, ein 500 Meter langes Stück auszutauschen“, sagte RWW-Sprecher Ramon Steggink. Erneuert werde zwischen Dülmener Straße und Im Wauert. Wann genau es losgeht, steht noch nicht fest. „Es kann sein, dass die Arbeiten bis ins Jahr 2020 dauern, aber wir beginnen noch in diesem Jahr.“

Erst Ostern hatte es einen Rohrbruch an der Hervester Straße gegeben, am Montag nun den nächsten - insgesamt der sechste dieser Größenordnung in Wulfen in den vergangenen drei Jahren. Für die Dauer der Reparaturen muss die RWW jeweils das Wasser abstellen. Betroffene Anwohner bekommen Wasser für den täglichen Gebrauch an einem nahegelegenen Hydranten.

Sechs Rohrbrüche in drei Jahren: Das sagen Anwohner in Wulfen und die RWW

Wegen des Rohrbruchs kam es am Montag auf der Hervester Straße zu Überschwemmungen. © Guido Bludau

„Ich finde es katastrophal, dass die zuständige Firma die Anwohner nicht informiert. Man erfährt weder, dass das Wasser abgestellt wird noch wann es wieder laufen wird“, sagte der psychologische Psychotherapeut Thomas Schregel, der seine Praxis an der Heverster Straße hat. „Wir sitzen hier und hoffen, dass keiner unserer Patienten oder wir zur Toilette müssen.“

Laut der RWW soll der Schaden im Laufe des Dienstagabends behoben sein und das Wasser wieder fließen.

Auch Sven Harpering von der Provinzial-Geschäftsstelle Rommeswinkel und Huthmacher ist die Rohrbrüche inzwischen gewohnt. „Ich habe meinen Kaffeekonsum heute stark eingeschränkt und kann in der Mittagspause zum Glück nach Hause“, sagte er mit einem Augenzwinkern. „Aber es ist schon nervig, wenn man keine richtige Klospülung hat und der letzte Schaden ist ja erst ein paar Wochen her. Das ist schon ein Unding.“

Manche Wulfener nehmen es mit Humor

Marlis und Werner Gohmann sind ebenfalls wiederholt von der Wassersperre betroffen. Die Rentner nehmen es locker: „Einen Tag hält man das schon aus, das Wasserholen schaffen wir noch“, sagte Marlis Gohmann. Ihr Mann Werner hatte sich nach dem Rohrbruch an Ostern noch einen Scherz erlaubt und den Bauarbeitern gesagt, dass sie den großen Bagger eigentlich ja stehen lassen könnten, weil der nächste Bruch bestimmt bald kommt.

Eigentlich müssten die Häuser an der Hervester Straße teurer werden, sagte eine Wulfenerin beim Verlassen der Provinzial-Geschäftsstelle. „Weil es ja inzwischen Wohnen am Wasser ist.“

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