Sechs Todesfälle binnen 14 Tagen in einem Dorstener Altenheim

hzTragische Umstände

In einem Seniorenzentrum in Dorsten sind in den letzten 14 Tagen sechs Bewohner verstorben. Die Heimleitung betont, dass es keinen Zusammenhang zur Corona-Pandemie gibt.

Dorsten

, 02.04.2020, 19:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

In einem Pflegeheim in Wolfsburg sind 22 Menschen durch das Coronavirus ums Leben gekommen. In 21 stationären Pflegeheimen in Nordrhein-Westfalen sind bislang 32 Bewohner mit Coronavirus-Infektionen gestorben. Doch mit solchen Fällen ist das, was im Seniorenzentrum St. Marien geschehen ist, nicht zu vergleichen.

„Mit Corona hat das nichts zu tun“

Heimleiterin Annette Ortmann bestätigte am Donnerstag auf Anfrage, dass in den vergangenen zwei Wochen sechs Bewohner gestorben sind. Um aufkommenden Gerüchten vorzubeugen, betont sie: „Mit der Corona-Pandemie hat das nichts zu tun.“

Vier Menschen seien in kurzen Abständen im Palliativ-Bereich des Seniorenzentrums verstorben, sie und die Angehörigen hätten seit Längerem gewusst, dass ihr Leben zu Ende geht. „Zwei weitere Bewohner sind an multiplen Erkrankungen gestorben“, betont Annette Ortmann. Mit anderen Worten: Sie starben altersbedingt.

80 Bewohner auf drei Etagen

Das erst im Jahr 2016 eröffnete Haus, An der Molkerei 30, bietet Platz für 80 ältere Menschen. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage leben insgesamt 50 Bewohner mit unterschiedlichen Erkrankungen, im zweiten Stockwerk werden laut Homepage 30 Bewohner mit Alzheimer- und Demenzerkrankungen betreut. Es gehört der Gesellschaft SZRE, die auch drei Häuser in Recklinghausen und ein weiteres in Dorsten verwaltet.

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Für Bewohner, aber auch für die Angehörigen und das Pflegepersonal sei die Corona-Krise eine extreme Herausforderung, sagt die Heimleiterin. „Wir achten extrem auf Hygiene, damit sich niemand infiziert.“

Das Besuchsverbot, das seit Wochen auch im Seniorenzentrum St. Marien gilt, sei zudem psychisch belastend für Bewohner, aber auch für Angehörige. „Einige der Verstorbenen waren seit der Eröffnung im Haus“, sagt Annette Ortmann. „Wir wünschen uns immer, dass die Menschen möglichst lange bei uns bleiben, aber eines Tages verlassen sie uns leider doch.“

Und manchmal auch in kurzer Zeitfolge.

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