Selbsthilfegruppen in Dorsten ziehen wieder an einem gemeinsamen Strang

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Nachdem deren langjähriger Sprecher 2018 nach schwerer Krankheit verstarb, verstummte auch die Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen in Dorsten. Jetzt geht es mit neuem Konzept weiter.

Dorsten

, 17.10.2019, 13:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Jahre hatte sich die viefältige Szene der Dorstener Selbsthilfegruppen in der Vergangenheit in einer Arbeitsgemeinschaft organisiert, sie war von der Mitgliederzahl her die größte im Kreis.

Doch nachdem ihr rühriger Sprecher Hans-Jürgen Fischer aus Altendorf-Ulfkotte 2018 nach schwerer Krankheit verstarb, schliefen die gemeinsamen Treffen ein. „Wir müssen der Selbsthilfe in Dorsten deshalb nun rasch ein neues Gesicht geben, sonst ist deren Zeit unwiderruflich vorbei“, sagt Wolfgang Chlebna.

Ein ganzes Team

Der Dorstener leitet die Depressions-Selbsthilfegruppe namens „Lebensfreude“, er hat sich vor Monaten Gedanken gemacht, wie man die Initiative wieder beleben kann. Das muss er jetzt nicht mehr alleine machen: Denn in Andreas Chlebna (Selbsthilfegruppe für die Krankheit Syringomyelie), Tanja Miller (Gruppe Lichtblick) und Nadine Mattes (Parkinson-Youngsters) fand er Anfang des Jahres gleich ein ganzes Team von Gleichgesinnten.

Neues Konzept

Die vier „Aktivisten“ hatten Dietmar Steuer, den „Quartiersmanager“ des Ellerbruchtreffs und Mit-Organisator der Hervest-Konferenz, gebeten, als „Nicht-Selbst-Betroffener“ den Neufindungs-Prozess zu moderieren. Denn den Initiatoren war schnell klar: „Wir brauchten ein anderes und plausibles Konzept“, sagt Wolfgang Chlebna. „Die Gruppe soll nicht mehr öffentlich auf eine Person zugeschnitten sein, sondern gemeinsam über alle Inhalte entscheiden.“

Für Dietmar Steuer als „Außenstehenden“ war es anfangs ein mühsamer Prozess, die unterschiedlichen Interessen und Befindlichkeiten unter einen Hut zu bringen, gesteht er freimütig. „Viele Verhaltensweisen sind aber in dem jeweiligen Krankheitsbild begründet“, hat er feststellen müssen.

Schon 12 Gruppen dabei

Inzwischen sind 12 Selbsthilfegruppen mit im Boot, von den Sauerstoff-Patienten über die Blaukreuzler bis hin zu den Brustkrebs-Erkrankten. „Wir hoffen natürlich, dass noch weitere Gruppen hinzukommen.“ 34 Adressen hatte er aus einer alten Liste übernommen, „aber einige sind leider längst nicht mehr aktuell.“

Ein reiner „Kaffeeklatsch-Verein“ will die Arbeitsgemeinschaft nicht sein, ganz im Gegenteil. „Kaffeetrinken ja, aber die Treffen müssen einen echten Mehrwert für die Betroffenen bieten“, sagt Tanja Miller. Die Gruppe will in allen Stadtteilkonferenzen und Netzwerken mit ihren Anliegen präsent sein, schon jetzt ist sie neu in den Paritätischen Wohlfahrtsverband aufgenommen worden und steht im Austausch mit dem Seniorenbeirat und den Sozialbehörden der Stadt.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit

Das nächste Ziel soll die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit sein. „Dazu wollen wir den Internetauftritt neu aktivieren und aktualisieren“, sagt Wolfgang Chlebna. Dafür bekommt die Arbeitsgemeinschaft Fördermittel - dafür sorgt Nadine Mattes.

Die Dorstenerin ist kürzlich Vorsitzende des neu gegründeten Bundesverbands „Parkinso-Youngsters“ geworden. „Dieser versteht sich ausdrücklich auch als Selbsthilfe-Verband und kann öffentliche Gelder beantragen“, sagt sie.

Erster großer gemeinsamer öffentlicher Auftritt der neuen Arbeitsgemeinschaft wird das Lichterfest am 10. November (Sonntag) sein, dann präsentiert sich das Team mit einem großen Stand in den Mercaden am Lippetor. Das nächste reguläre Treffen des Organisationsteam wird am 11. Dezember (Mittwoch) um 16.30 Uhr im Hervester Begegnungszenrum „Das Leo“ an der Fürst-Leopold-Allee 70 sein.

Stand beim Lichterfest

Menschen oder Angehörige von Menschen, die sich in besonderen Lebensituationen befinden, die an Behinderungen leiden, an schweren Krankheiten, an psychischen oder an Suchtproblemen, können dann gerne dazu kommen - ganz gleich, ob sie bereits in einer Selbsthilfegruppe sind oder nicht.

Gerade diejenigen, die bisher noch nicht organisiert sind, seien willkommen, denen kann die Arbeitsgemeinschaft unter die Arme greifen: „Wir wissen, wie man Anträge aufsetzte, wie man einen Raum bekommt, wie man eine Gruppe gründet“, betont Nadine Mattes.

Wer Informationen benötigt oder sich für die Arbeitsgemeinschaft der Dorstener Selbsthilfegruppen interessiert, kann sich an Tanja Miller (Tel. 02362/3815) oder Wolfgang Chlebna (Tel. 0151/34354115) wenden.
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