Eine Schülerin träufelt im Klassenraum eine Lösung nach einem selbst durchgeführten Corona-Test auf einen Antigentest. Bis zu den Osterferien sollen alle Schüler an weiterführenden Schulen mindestens einen Selbsttest machen. (Symbolbild) © dpa
Coronavirus

Selbsttests für Schüler in Dorsten: Mit Test-Taskforce und ganz viel Ruhe

Bis Ostern sollen Schüler in der Schule mindestens einen Corona-Selbsttest machen. Lehrer sollen informieren, anleiten, dokumentieren. Eine Herausforderung auch für Dorstens Schulen.

Nach den Abschlussklassen, Grund- und Förderschülern kehren seit Montag auch die übrigen Jahrgänge in die Schulen zurück – im Wechselunterricht mit grundsätzlich geteilten Klassen. „Die Kollegen versuchen gerade, den Schülerinnen und Schülern nach drei Monaten das Gefühl zu geben, wieder in der Schule zu sein“, sagt Hermann Twittenhoff, Leiter der Gesamtschule Wulfen.

Manche Schüler freuen sich, endlich zurück zu sein. Andere machen sich Sorgen, was als nächstes kommt. Die Kinder seien anders zurückgekommen, hat Twittenhoff beobachtet: „Wenn ein zehnjähriges Kind in der 5. Klasse mittlerweile ein Zehntel seines Lebens in der Pandemie verbracht hat, dann ist das bewusstseinsprägend.“

Eltern können Widerspruch einlegen

Was als nächstes kommt, steht schon fest: Bis zum Beginn der Osterferien am 29. März sollen Schüler an weiterführenden Schulen mindestens einen Corona-Selbsttest machen – in der Schule und unter Aufsicht und Anleitung der Lehrer. Die Tests sind für die Schüler freiwillig, Eltern können Widerspruch einlegen.

Eine Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt bei einem positiven Selbsttest haben die Schulen nicht. Sie informieren die Eltern, die dann einen Termin für den notwendigen PCR-Test beim Hausarzt ausmachen müssen. Bei einem positiven Selbsttest soll der betroffene Schüler laut Schulministerium „unverzüglich und in altersgerechter Weise“ isoliert werden. Kann das Kind nicht sofort abgeholt werden, muss „ein vorübergehender geschützter Aufenthalt in der Schule sichergestellt werden“.

Hermann Twittenhoff erklärt, dass keine Schüler der Klassen 7 bis 13 das Angebot des Distanzunterrichts in der Gesamtschule Wulfen nutzen.
Hermann Twittenhoff erklärt, dass keine Schüler der Klassen 7 bis 13 das Angebot des Distanzunterrichts in der Gesamtschule nutzen. © Claudia Engel © Claudia Engel

Durch die geteilten Klassen ist die Raumnot aber schon jetzt groß. „Mit 1.350 Schülern und neun Jahrgängen sind wir an der Grenze des Organisierbaren, was die Schulgröße angeht“, sagt Hermann Twittenhoff. Turnhalle und Forum sind längst bestuhlt und betischt. „Wir sind normalerweise schon rappelvoll, jetzt brauchen wir in jeder Stunde zehn Räume mehr und haben bis in die letzte Besenkammer alles besetzt.“

„Test-Taskforce“ an der Neuen Schule

„Das ist alles definitiv eine Herausforderung“, sagt auch Susanne Bender, die Schulleiterin der Neuen Schule. An der Sekundarschule kümmert sich eine Art Test-Taskforce um das Thema Selbsttests. Das Team besteht aus Lehrkräften, einer Schulsozialarbeiterin und einer Ganztagsbetreuerin. Sie informieren, unterstützten bei den Tests und halten so den Klassenlehrern etwas den Rücken frei, weil ja auch noch irgendwie Unterricht stattfinden soll.

Gerade den Jüngeren dürfe man nicht das Gefühl vermitteln, in einer Test-Situation zu sein, sagt Bender. Der richtige Umgang mit einem positiven Test sei besonders wichtig: „Selbst ein positiver PCR-Test bedeutet ja nicht automatisch, dass die Kinder auch krank werden. So etwas ist schnell angstbesetzt und jetzt Angst zu verbreiten, kann ja nicht das Ziel sein.“

Susanne Bender leitet die Neue Schule Dorsten. © ptivat © ptivat

Dienstagnachmittag waren weder an der Gesamtschule Wulfen noch an der Neuen Schule Selbsttests angekommen. Ende der Woche verabschiedet sich an vielen Schulen die eine Gruppe der geteilten Klassen wieder in den Distanzunterricht, damit die andere am Präsenzunterricht teilnehmen kann. Und dann sind auch schon Osterferien.

Grundsätzlich sei es aber schon positiv, dass über die Selbsttests nun eine Möglichkeit geschaffen werde, mehr Sicherheit für den Schulbesuch zu schaffen, findet Susanne Bender. Auch Hermann Twittenhoff betont, den „guten Geist dahinter“ zu sehen und begrüßt es, dass etwas getan wird. „Die Arbeitszeit ist weit jenseits der normalen Arbeitszeit“, sagt er. „Wir versuchen, alles möglichst unaufgeregt zu machen.“

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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