Seltene Zwillingsgeburt im Pferdestall: Wie sollen die Fohlen heißen?

hzHengst und Stute

Als bei Stute Biene am 10. Januar, sechs Tage vor dem errechneten Geburtstermin, die Wehen einsetzten, deutete nichts auf ein „historisches“ Ereignis hin. Dann wurde alles anders.

Rhade

, 22.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rhader Pferdezüchterin Daniela Klein-Wiele hat schon vielen Stuten bei Geburten beigestanden. So war es auch diesmal. Gemeinsam mit dem Tierarzt leistete sie Geburtshilfe bei der erfahrenen Mama Biene. Gegen 20.20 Uhr erblickte ein gesundes Hengstfohlen im Borkener Stall das Licht der Welt.

„Biene lag noch, als sich 15 Minuten später wieder was tat. Wir rechneten mit der Nachgeburt, aber es kam noch ein Fohlen“, erinnert sich Daniela Klein-Wiele. Eine Zwillingsgeburt ist bei Pferden äußerst selten und geht oft nicht gut aus. Häufig reicht der Platz im Mutterleib für zwei Fohlen nicht aus, eines ist oft nicht lebensfähig oder kommt mit deformierten Gliedmaßen zur Welt.

Ganz anders war’s bei Bienes Zwillingspärchen. Beide Fohlen waren topfit und von Anfang an wohlauf. Daniela Klein-Wiele: „Biene war allerdings ganz schön geschafft von der anstrengenden Doppelgeburt.“

Pro 1000 Geburten gibt es höchstens einmal Zwillinge

Das Dressurpferd war elf Monate zuvor künstlich besamt worden. Bei zwei Nachuntersuchungen hatte der Tierarzt die Zwillingsschwangerschaft nicht gesehen. Umso überraschter war sein Kollege, der als Geburtshelfer tätig war, von dem doppelten Glück. Dass die Stute und beide Fohlen überleben, kommt nach Auskunft von Experten nur ein Mal bei 1000 Trächtigkeiten vor.

Biene hat ihre fitten Sprösslinge von Anfang an liebevoll versorgt. Mehrmals täglich darf sie mit ihrem Nachwuchs in der Reithalle neben dem Stall herumtoben. Dabei hat sie gut zu tun, die beiden Racker zu bändigen.

Daniela Klein-Wiele: „Die Mutter bleibt immer in der Nähe ihres Fohlens. Dass die beiden Kleinen kreuz und quer in verschiedene Richtungen herumsausen, macht der Mutter Stress.“ Mit einem deutlich vernehmbaren Schnauben ruft die Mutter deshalb ihre Kinder immer wieder zu sich.

Die nutzen die Nähe gern, um zwischendurch mal wieder ein Schlückchen Milch zu nehmen. Im Stall stecken sie ihre Nasen auch schon mal ins Heu und probieren „feste Nahrung“. Mindestens sechs Monate lang werden sie bei ihrer Mutter bleiben. Im Mai will Daniela Klein-Wiele die beiden kleinen Hannoveraner auf einer Fohlenschau in Kirchhellen präsentieren.

Zwillingsfohlen und Züchterin Daniela Klein-Wiele

Hungrig vom Toben: Die Babys nehmen zwischendurch einen Schluck Muttermilch. © Petra Berkenbusch

Züchterin sieht gute Anlagen fürs Dressurreiten

Sie ist schon jetzt davon überzeugt, dass das Geschwister-Paar beste Anlagen fürs Dressurreiten hat. Ihrem Expertenblick entgeht nichts: „Ich sehe schon jetzt gute Hinterhandaktionen“, sagt sie mit Blick auf die staksig tobenden Pferde-Babys. Denen fehlt jetzt nur noch ein Name. Dabei helfen die Zuschauer des WDR-Fernsehens, das schon einen Beitrag über die seltene Zwillingsgeburt gesendet hat. Weil der Vater der beiden Fohlen „Vivaldos“ heißt, müssen die Namen der Kinder auch mit V anfangen. Es sind schon mehrere 100 Vorschläge eingegangen.

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