Kinderpornografie: Polizei schnappt weitere Tatverdächtige

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Neun Durchsuchungen, neun Verdächtige: Bei einem bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie schnappte die Polizei neun Tatverdächtige in NRW. Eine Spur führt in den Kreis Recklinghausen.

Dorsten

, 02.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Polizei ist am Dienstag ein Schlag gegen 48 Männer und zwei Frauen gelungen, die mutmaßlich Kinderpornografie verbreitet oder besessen haben. Bei der bundesweiten Aktion einer Sonderkommission wurden neun Tatverdächtige in NRW aufgespürt.

Am Mittwochmorgen hieß es in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei in Köln, dass die Kreispolizeibehörde Recklinghausen bei dem Einsatz mit mehr als 1000 Polizisten und Spezialeinsatzkräften eingebunden gewesen sei. Mutmaßlich führten also Spuren in den Bereich der Kreispolizeibehörde Recklinghausen, zu der auch Dorsten gehört.

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Ob es einen Tatverdächtigen in Dorsten gibt bzw. eine Durchsuchung seiner Wohnung gegeben hat, wollte die Staatsanwaltschaft Köln auf unsere Anfrage nicht beantworten: „Wir nennen keine Einsatzorte und auch keine Herkunftsorte von Tatverdächtigen, um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden“, hieß es.

Kinderpornografie verbreitet oder besessen

Die Sonderermittler in Köln haben nach Durchsuchungsbeschlüssen des Amtsgerichtes Köln am Dienstag mithilfe von Spezialeinheiten 50 Tatverdächtige und 60 Durchsuchungsobjekte deutschlandweit unter die Lupe genommen. Die 48 Männer und zwei Frauen stehen im Verdacht, Kinderpornografie verbreitet oder besessen zu haben. „Sie waren aber nach ersten Erkenntnissen nicht an Misshandlungen von Kindern beteiligt“, hieß es in Köln.

Die Tatverdächtigen seien in Chats eines Netzwerkes unterwegs gewesen und hätten sich eines Messengerdienstes in Krefeld bedient. In Zusammenarbeit mit diesem Dienst seien die Ermittler den Chatteilnehmern, die unter Pseudonymen an ihren Bildschirmen agiert haben, auf die Spur gekommen. „Wir begegnen einem neuen Deliktsbild - vernetzte Strukturen für Kindesmissbrauch.“

2000 Asservate bei Durchsuchungen beschlagnahmt

Hinweise auf weitere Tatverdächtige erhoffen sich die Ermittler bei der Auswertung des beschlagnahmten Materials. Rund 2000 Beweismittel sind den Behörden bei den Durchsuchungen in die Hände gefallen und zwei verschlossene Tresore mit weiterem Material. Diese digitalen Datenträger müssten jetzt ausgewertet werden, um nähere Aufschlüsse über mutmaßliche Täter und Opfer zu bekommen.

„Wir wollen die Kinder aus ihrem Leid herausholen“, sagte ein Polizeisprecher in Köln. Und er kündigte auch an: „Wir geben den Kampf gegen Pädokriminelle nicht auf.“

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