Sie gurren und sie „machen alles voll“ - Taubenärger in Dorsten, aber die Stadt tut nichts

hzTauben-Problem

Lautes Gurren, Taubenkot und Federn. Jeden Tag ärgert sich eine Anwohnerin über die „lästigen Biester“ auf den Dächern der Stadt. Die Stadt sieht aber keinen Handlungsbedarf.

Dorsten

, 27.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Jahre ist es her, dass sich in der Essener Straße ein Taubenschlag befand. Der Besitzer der Tauben ist bereits vor rund zehn Jahren verstorben. Seither tummeln sich auf den Dächern um den ehemaligen Schlag wilde Tauben.

Ursula Scholten ist eine unmittelbare Anwohnerin und ärgert sich täglich über die rund 50 Tiere. Vor ungefähr drei Jahren wandte sich ihr Sohn an den Bürgermeister und das Umweltamt, weil auf einem nahem Dach eine tote, verwesende Taube lag und stank. „Daraufhin wurde auf dem gegenüberliegenden Dach der Commerzbank und der Akademie Goldstein ein Draht gespannt, dort sind die Tauben seitdem nicht mehr“, erzählt Ursula Scholten.

Tauben ruinieren Blumen auf Balkon

Das habe aber nur punktuell etwas gebracht. „Die koten die ganzen Dächer hier zu“, sagt sie und zeigt auf die Tauben. „Ich hatte im Sommer Blumen auf meinem Balkon, die haben sie mir alle einfach rausgerupft“, erinnert sie sich.

Anwohner können Fenster nicht öffnen

Eine andere Nachbarin habe sich bereits mehrmals bei Ursula Scholten darüber beschwert, dass sie nicht mal richtig lüften könne. Sobald die Nachbarin ihre Fenster öffne, seien die Tiere zur Stelle. Also müsse sie immer neben dem Fenster stehen bleiben.

Anwohnerin denkt an ihre Gesundheit

Ursula Scholten macht sich auch Sorgen um ihre Gesundheit. „Ich weiß ja nicht, was die für Bazillen haben“, sagt sie. Auf Nachfrage der Redaktion, ob und welche gesundheitlichen Risiken von Tauben ausgehen, antwortete das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen mit einer Gefährdungseinstufung von Stadttauben aus dem Jahr 2017.

Tauben übertragen kaum Krankheiten

Daraus geht hervor, dass viele Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen und anders herum übertragbar sind, auf Tauben nicht zutreffen. Mit einer Ausnahme: der Ornithose/Psittakose. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das eine tödliche Lungenentzündung auslösen kann. Die Symptome ähneln einer Grippe. Die Krankheit kann mit Antibiotika gut behandelt werden. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, ist äußerst gering.

Parasiten sind wahrscheinlicher

Allerdings können die Tiere mit folgenden Parasiten befallen sein:

  • Für Taubenzecken ist der Mensch ein Fehlwirt. Falls sich doch eine Zecke auf den Menschen verirrt, stirbt sie innerhalb weniger Tage ab. Die Bisswunde kann sich infizieren. Eine Übertragung von Krankheitserregern wie Borreliose oder FSME durch Taubenzecken konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
  • Der Taubenfloh kann den Menschen befallen und sein Auftreten ist für den Menschen lästig.
  • Eine Vogelmilbe kann Krankheitserreger durch Blutsaugen übertragen, auch bei Menschen. Allerdings sei auch hier kein Fall bekannt.

Bitte nicht füttern

Seit im vergangenen Jahr in der Ursulastraße die Bäume gefällt wurden, sei es mit den Tauben noch schlimmer geworden. Ursula Scholten ist der Meinung, dass die Stadt den Fußgängern in der City klarmachen sollte, dass die Tauben nicht auch noch gefüttert werden sollten. Auf die Art würden sie ja immer wieder kommen.

Tauben leben da, wo Menschen sind

Ein allgemeines Verbot der Taubenfütterung besteht schon seit Längerem in Dorsten. Stadtsprecher Ludger Böhne sagt aber auch: „Tauben leben nun einmal da, wo Menschen sind.“ An das geltende Fütterungsverbot für Tauben sollen sich alle Passanten halten.

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In anderen Städten gibt es bereits Stadttaubenprojekte. Dabei werden regelmäßig Taubeneier gegen Gipseier ausgetauscht, um die Population einzudämmen. „So etwas ist in Dorsten nicht vorgesehen. Uns ist keine übergroße Population bekannt und es gibt auch nicht viele Beschwerden“, so der Stadtsprecher.

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