Wartezeit, Hygiene, Preise: 7 Fakten zum Frisör-Besuch in Dorsten

hzCoronavirus

Seit Montag greifen die Frisöre in Dorsten wieder zur Schere. Doch Kunden müssen Geduld haben, Vorsichtsmaßnahmen beachten - und bald vielleicht auch mehr bezahlen für den neuen Haarschnitt.

Dorsten

, 07.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Soumaya Omeirat und Mariola Zawija werfen einen kritischen Blick in das Terminbuch: „Haar schneiden in dieser Woche? Schwierig“, sagen die beiden Friseurmeisterinnen aus dem „Salon Best“ an der Essener Straße. „Nächste Woche haben wir noch was frei, aber nicht mehr viel.“

Waschen, schneiden, färben fönen - seit Montag dürfen Frisöre nach über fünf Wochen Pause auch in Dorsten wieder arbeiten. Doch ein spontaner Besuch ist bei vielen Salons undenkbar, zeigt ein kleiner Test in der Dorstener Innenstadt. Ein Überblick über das, was Kunden - und Kundinnen - wissen sollten:

Terminvergabe: „Wir haben seit dem 27. April telefonisch Termine gemacht“, sagt Soumaya Omeirat, „auch am 1. Mai und am letzten Wochenende.“ Zehn bis 14 Tage Vorlauf sind es beim „Hair Pirat“ am Marktplatz derzeit, bis zu drei Wochen müssen sich Kunden bei „A Haar Effekt“ in der Lippestraße gedulden, bis zu vier Wochen sogar bei „Chemnitzer & Team“ in der Recklinghäuser Straße. „Wir haben eigentlich die ganzen Termine gemacht, mussten die aber verschieben, als klar war, dass wir länger geschlossen bleiben müssen“, sagen Inhaber Ralf Chemnitzer und seine Frau Kerstin.

Soumaya Omeirat und Mariola Zawija vom „Salon Best“ tragen einen Termin in den rappelvollen Terminplan ein.

Soumaya Omeirat und Mariola Zawija vom „Salon Best“ tragen einen Termin in den rappelvollen Terminplan ein. © Stefan Diebäcker

Während des Besuchs: Begleitpersonen sollten – wenn möglich – draußen warten. Ausgenommen sind Personen, die zur Betreuung, Aufsicht oder zur Hilfestellung unbedingt mitkommen müssen. In allen Salons weisen Aushänge auf die wichtigsten Regeln hin. Überall darf sich nur ein Kunde im Warte- oder Kassenbereich aufhalten.

Auslastung: Beim „Hair Pirat“ bleiben wegen der Abstandsregel einige Stühle frei, dafür wurde ein Arbeitsplatz in der (abgeschafften) Wartezone und einer im Aufenthaltsraum der Mitarbeiter eingerichtet. im Vergleich zur „Vor-Corona-Zeit“ könnten etwa 80 Prozent der Kunden bedient werden, sagt Beatrix Stroetzel. Sebastian Haverkamp (A Haar Effekt) hat seinen Salon sechs Tage pro Woche von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Das war auch vor der Corona-Pandemie so.

Hygiene: Sowohl Personal als auch Kunden müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, da der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. „Gesichtsnahe Tätigkeiten“ (Bart schneiden, Augenbrauen zupfen, Wimpern färben) sind verboten. Kunden sollten die Möglichkeit haben, sich nach dem Betreten des Salons die Hände waschen oder desinfizieren zu können. Außerdem sollten die Arbeitsmaterialien regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. „Das kostet viel Zeit“, sagen Ralf und Kerstin Chemnitzer.

Obligatorische Haarwäsche: Zu Beginn jeder Friseurbehandlung müssen die Haare gewaschen werden, „da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Viren auf den Haaren befinden“, teilte die Verbraucherzentrale in Dorsten mit. Dies gelte auch für das Färben der Haare.

Preise: Die befragten Salons haben die Preise noch nicht erhöht, obwohl sie wochenlang keine Einnahmen hatten. Ralf Chemnitzer spricht von einem „Total-Verlust“, Beatrix Stroetzel (Hair Pirat) erklärt: „Schutzmasken, Handschuhe und Hygienemittel kosten enorm viel Geld. Ich denke, wir werden irgendwann die Preise erhöhen müssen.“ Der „Männer-Haarschnitt“ (23,50 Euro) könnte dann bis zu 1,50 Euro mehr kosten, schätzt sie.

Für alle Friseure gilt: Wo früher keine Haarwäsche erwünscht war, ist sie nun Pflicht - und kostet.

Dokumentation der Daten: Friseursalons sind verpflichtet, eine Liste mit Kontaktdaten ihrer Kunden zu führen, damit bei einem Krankheitsausbruch die Infektionsketten lückenlos nachverfolgt und die Betroffenen schnell informiert werden können. „Wer dies verweigert, kann nicht bedient werden“, erklärt die Verbraucherzentrale.

Lesen Sie jetzt