Coronavirus: So schützen Supermärkte in Dorsten das Personal und Kunden vor Ansteckung

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Um Mitarbeiter und Kunden vor dem Coronavirus zu schützen, rüsten Supermärkte und Discounter in Dorsten auf und ergreifen ungewöhnliche Schritte. Eine Rundfahrt.

Dorsten

, 23.03.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spuckschutz“ an den Kassen, Wachleute vor den Türen, Abstandsmarkierungen auf den Böden: Mit unterschiedlichsten Maßnahmen versuchen die Supermarktketten, Discounter und Drogeriemärkte in Dorsten am Tag 1 nach dem bundesweiten Kontaktverbot, eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und ihre Mitarbeiter zu schützen.

„Ernst der Lage erkannt“

Und was machen die Kunden? „Die scheinen inzwischen den Ernst der Lage erkannt zu haben“, sagt ein Mitarbeiter am Montag bei „Penny“ an der Händelstraße: „Auch die jungen Leute halten sich jetzt mehr an die Anweisungen.“ Einer Einschätzung, die der Security-Mann, der nebenan aufpasst, dass nicht mehr als 30 Kunden die Filiale der Drogeriemarktkette „dm“ betreten, beipflichtet: „Aber es gibt leider immer noch solche und solche.“

Auch bei Aldi in Hervest sollen die Kunden Abstand halten.

Auch bei Aldi in Hervest sollen die Kunden Abstand halten. © Michael Klein

Wer an diesen Nachmittag Läden in der Feldmark, in Hervest und in der Altstadt abfährt, hat den Eindruck: Eingekauft wird weiter gut, aber die Hektik ist ein bisschen raus. „Die Leute sind verhaltener und vorsichtiger geworden“, sagt eine dm-Mitarbeiterin.

Die Kunden werden in der Filiale schon am Eingang auf die 1,5 Meter-Abstandsregel hingewiesen, drinnen im Kassenbereich sorgen Boxen dafür, dass sie der Kassiererin nicht zu nahe kommen.

Einen „Spuckschutz“ gibt es hier noch nicht, „uns wurde gesagt, er wird im Laufe des Tages geliefert“, heißt es. Penny hingegen schirmt die Kassenkräfte schon seit Samstag mit einer Kunststoffscheibe ab. Auch Rewe Kornhof direkt nebenan hat kräftig aufgerüstet: Plexiglas-Scheiben an den Kassen sorgen für einen guten Schutz, Bodenmarkierungen für einen „Rechts-Links-Verkehr“, damit sich die Kunden so wenig wie möglich entgegen kommen.

Wachschutz-Mann

Auch vor dem Lidl-Markt an der Marler Straße steht ein Wachschutz-Mann. Er achtet darauf, dass nicht mehr als 60 Menschen gleichzeitig dort einkaufen. Einige Personen stehen draußen und werden nicht hereingelassen. Hat aber nichts mit Coronaviren-Schutz zu tun.

Auch Bedienungstheken (hier Edeka Honsel Hervest) sind mit Sicherheitsabstand versehen.

Auch Bedienungstheken (hier Edeka Honsel Hervest) sind mit Sicherheitsabstand versehen. © Michael Klein

Denn der Lidl-Markt musste zwischenzeitlich geräumt werden, weil ein externer Reinigungstrupp dort eingesetzt wurde. Nicht im Kampf gegen Corona-Viren, sondern gegen Löschschaum-Reste. Am Morgen hatten Mitarbeiter eine kokelnde Werkstoff-Tonne löschen müssen.

Info-Zettel im Fenster

Der Netto-Markt in Hervest (Im Harsewinkel) hingegen ist proppevoll, der Parkplatz auch. Draußen informiert ein Aushang darüber, was alles regelmäßig gereinigt wird: die Zangen im Backregal, die Griffe der Einkaufswagen und Tiefkühltheken und so weiter.

Als die Schlange drinnen zu lang wird, werden die Leute ungehalten und fordern, dass eine neue Kasse aufgemacht wird. Corona-Angst? Wohl nicht: Denn das war auch in Vor-Corona-Zeiten nicht anders. Einen Spuckschutz gibt es hier noch nicht.

Überall werden die Kunden gebeten, Abstand zu halten (wie hier bei Penny an der Händelstraße).

Überall werden die Kunden gebeten, Abstand zu halten (wie hier bei Penny an der Händelstraße). © Michael Klein

Der Aldi-Markt am Kreisverkehr auf dem Zechengelände: Wie in allen Läden gibt es hier an den Kassen die obligatorischen Abstandsmarkierungen, sie werden bei unserem Besuch von den Kunden eingehalten.

Edeka Honsel in Hervest hat wie andere Supermärkte auch vor Bedientheken Abstandsmarkierungen angebracht, und auch hier sind die Kassier-Bereiche gut geschützt.

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Was auffällt: Überall zahlen immer noch viele Kunden mit Bargeld, an den Kassen tragen die Mitarbeiter zumeist Handschuhe. Und: Mehr Menschen als noch in den vergangenen Tagen gehen mit Mundschutz einkaufen.

Wutschnaubender Kunde

Bei Kaufland in den „Mercaden“ werden die Kunden von den Kassiererinnen darauf hingewiesen, dass sie erst dann die Waren aufs Band legen dürfen, wenn der Vordermann abkassiert worden und gegangen ist.

Hier werden, wie in anderen Geschäften auch, bestimmte Waren nur in geringen Mengen abgegeben. Als ein Kunde mit vier Päckchen Mehl im Einkaufswagen Bescheid erhält, dass er nur ein Päckchen Mehl bekommt, lässt er seinen gesamten Einkauf wutschnaubend auf dem Band liegen.

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