So sieht es im Moment in der Großbaustelle Urbanuskirche aus

hzSanierung der Urbanuskirche

Die Urbanuskirche in Rhade wird derzeit umfassend saniert und umgestaltet. Putz und Dachgebälk waren dringend sanierungsbedürftig. Architekt Ralf Badura gibt Einblick in die Großbaustelle.

Rhade

, 21.08.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Baugerüste statt Kirchenbänken und Maschinenlärm statt Orgelmusik – die St.-Urbanuskirche in Rhade ist derzeit eine Großbaustelle. Seit Pfingsten läuft die groß angelegte Umgestaltung und Sanierung der Hallenkirche aus dem 19. Jahrhundert.

Derzeit laufen die Putzarbeiten im Innenraum. „Dort gab es umfangreiche Risse im Putz“, sagt Architekt Ralf Badura, der die Kirchensanierung im Auftrag der Gemeinde durchführt. „Der Putz löst sich baubedingt auf.“ Hohlstellen wurden aufgefüllt und die gesamte Fläche mit Kalkputz versehen. Anschließend gibt es einen Silikatanstrich. „Der Putz ist relativ weich und kann eine Menge Spannung aufnehmen“, so Badura.

So sieht es im Moment in der Großbaustelle Urbanuskirche aus

Bis unter das Gewölbedach reichen die Baugerüste. © Falko Bastos

Vom Putz bis zum Dachtragwerk muss er alle Materialien mit der Denkmalpflege absprechen. „Für den Eichendachstuhl verwenden wir traditionelle Zimmermanns-Verbindungen. Das ist aufwendig, aber macht auch den Reiz aus.“ Badura weiß, wovon er spricht, sein Architekturbüro in Lembeck ist auf Denkmalpflege und Kirchen spezialisiert.

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Erhebliche Mängel entdeckt

Die Herausforderung sei es, „dass man nur durch Untersuchungen Einblicke in die Bausubstanz bekommt, aber nie das Gesamtbild“. Alle möglichen Risiken müsse er dabei rechtzeitig erkennen und bewerten. „Die Arbeiten am Dachstuhl waren eine ziemliche Kriecherei“, so Badura. Und: „Das Gewölbe ist nicht durchsturzsicher.“

Ursprünglich hatte die Gemeinde den Innenraum nur umgestalten wollen. Seit 2013 gibt es Pläne zur Umgestaltung. Doch bei den Voruntersuchungen wurden erhebliche Mängel am Putz entdeckt. Auch Teile der Eichenbalken im Gewölbedach waren dringend sanierungsbedürftig. Entsprechend umfangreich wurde das Vorhaben. Rund 700.000 Euro betragen die Gesamtkosten. Das Bistum Münster beteiligt sich mit 400.000 Euro.

So sieht es im Moment in der Großbaustelle Urbanuskirche aus

Derzeit laufen die Putzarbeiten, die bis Ende September abgeschlossen sein sollen. © Falko Bastos

Die wesentliche Veränderung im Innenraum: Die Stufen vor dem ehemaligen Altar wurden entfernt, sodass Altar, Tabernakel und Ambo künftig auf einer Ebene stehen. Und: „Der Altar soll näher an die Gemeinde heranrücken“, sagt Susanna Schönrock-Klenner, Verwaltungsreferentin der Gemeinde.

Tag der offenen Baustelle im Oktober

Das Material des alten Altars aus Dolomitstein wird zum Teil für die Gestaltung des neuen Altars und anderer Elemente wiederverwendet. „Dieses Element wird sich überall in der Kirche wiederfinden“, so Badura.

So sieht es im Moment in der Großbaustelle Urbanuskirche aus

Alles auf einer Ebene: So soll der neue Chor aussehen. © Architekturbüro Badura

Auch neue Licht- und Beschallungstechnik bekommt der Innenraum. Beim Farbkonzept werde man sich stark am ursprünglichen Konzept aus den 50er-Jahren orientieren, verrät der Architekt. „Es wird vor allem in zurückhaltenden Weiß- und Grautönen gehalten sein.“ Bestehen bleibt das große Mosaik im Chor.

Die Arbeiten laufen voll im Zeit- und Budgetplan, verkündet Ralf Badura. Am 19. Januar soll die runderneuerte Kirche mit dem Segen des Münsteraner Bischofs Dr. Felix Genn wieder eingeweiht werden.

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Schon vorher können sich die Gemeindemitglieder ein Bild vom Fortschritt machen. „Wir planen einen Tag der offenen Baustelle“, sagt Franz-Josef Schlecking, stellvertretender Kirchenvorstand. Am 6. Oktober (Sonntag) wird die Gemeinde interessierte Besucher durch die Baustelle führen. Zumindest die Putzarbeiten sollen bis dahin abgeschlossen sein.

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