Burkhard Wegener koordiniert die Impfungen im Dorstener St. Elisabeth-Krankenhaus. Das Impfzentrum im Krankenhaus ist startklar, ab 18. Januar soll der Impfstoff kommen. © KKRN
Coronavirus

So steht es um die Impfbereitschaft im Dorstener Krankenhaus

Nächste Woche beginnen Corona-Impfungen in Kliniken. Auch im Dorstener Krankenhaus gibt es Vorbehalte beim Personal. Aber die Bereitschaft steigt. Der Klinikverbund setzt auf Aufklärung.

Gut 400 Beschäftigte im Dorstener Krankenhaus waren bei einer hausinternen Abfrage im Dezember bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das entspricht etwas mehr als 50 Prozent und lässt sich nach Angaben des KKRN-Klinikverbunds auch auf die anderen Häuser des Verbunds in Haltern am See, Marl und Herten übertragen.

Ab 18. Januar soll es losgehen mit den Impfungen in den Krankenhäusern. Zunächst sollen Beschäftigte immunisiert werden, die nah an Covid-19-Patienten arbeiten und somit einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Dazu zählen etwa Mitarbeiter der Zentralen Aufnahme, der Isolierstation, der Intensivstation sowie einige Lungenärzte.

Wenn es nach dem St. Elisabeth-Krankenhaus geht, könnten die Impfungen auch sofort beginnen: Die Infrastruktur steht seit Weihnachten. Ein ehemaliger OP-Saal dient als Impfzentrum. Es gibt einen Wartebereich mit Stühlen in ausreichendem Abstand, Platz für Aufklärungsgespräche und nicht zuletzt den durch Trennwände abgegrenzten Bereich, in dem die Impfung verabreicht wird.

„Wenn wir wirklich Impfstoff für 400 Personen bekommen, wären wir hier in vier Tagen durch“, sagt Oberarzt Burkhard Wegener, Koordinator des Impfzentrums und Impfarzt für die Belegschaft im Dorstener Krankenhaus. Bislang sei aber unklar, wann und wie viel Impfstoff im Krankenhaus ankommt.

Impfbereitschaft ist mit der Zeit wohl gestiegen

Wegener schätzt, dass inzwischen auch die Impfbereitschaft gestiegen ist und in Dorsten rund 100 Beschäftige mehr als im Dezember bereit seien, sich immunisieren zu lassen. Diesen Eindruck habe er zuletzt in vielen Gesprächen gewonnen. Die Skepsis führt er auch auf den stark beschleunigten Zulassungsprozess zurück.

„So wenig Bürokratie sind wir in Deutschland und der EU nicht gewohnt. Aber der Impfstoff hat alle Stufen und Prüfungen durchlaufen, die jeder Impfstoff durchlaufen muss“, so Wegener. „Der rasante Zulassungsprozess hat nichts damit zu tun, dass da irgendwie geschlampt wurde, sondern es wurde einfach nur mehr Manpower reingesteckt.“

Das Erbgut verändern, wie von Impfgegnern gerne behauptet, könne der Impfstoff auch nicht. Unklar ist allerdings weiterhin, ob man trotz Impfung weiterhin andere anstecken kann.

Der KKRN-Klinikverbund setzt auf Aufklärung. Die Unternehmenskommunikation informiert unter anderem in Sozialen Netzwerken, aber auch intern ist in der Woche vor dem Impfstart eine große Kampagne angelaufen, um Beschäftigte aufzuklären und zu sensibilisieren.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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