So wird ein Liederschatz vererbt: Patenomas singen mit Kindern in der Kita

Singen mit Kindern

Vogelhochzeit oder die Gedanken sind frei? Egal. Hauptsache, es wird gesungen. Kindern tut das gut. Singen macht schlau. Und die Patenomas vererben ihnen beim Singen ihren Liederschatz.

Hervest

, 19.06.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
So wird ein Liederschatz vererbt: Patenomas singen mit Kindern in der Kita

Braut und Bräutigam bei der Vogelhochzeit: Gudrun Dawidson und Marianne Bornefeld sind ebenso wie Christel Weferinghaus, Brigitte Ketterkat, Eva Bultmann gerne singende Patenomis für die Kinder der Kita Regenbogen an der Glück-Auf-Straße. © Claudia Engel

Marianne Bornefeld, Gudrun Dawidson, Christel Weferinghaus, Brigitte Ketterkat und Eva Bultmann bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Der heißt Belcanto, also schöner Gesang. Nicht auf der Opernbühne, dafür im Stuhlkreis einer Gruppe des Familienzentrums Regenbogen an der Glück-Auf-Straße 8.

Dort sind die Damen jeden Dienstagmorgen als Patenomas zu Gast. „Wir singen für und mit den Kindern“, sagt Marianne Bornefeld. Das wird sorgfältig vorbereitet. Einen breiten Liederschatz haben die Besucherinnen in ihrem Handgepäck: Aktenordner mit bekannten Melodien und Liedtexten, die sie selbst als Kinder von ihren Eltern oder Großeltern mit auf den Lebensweg bekommen haben.

Das Singen ist in den Familien verloren gegangen

„Das Singen ist in den Familien verloren gegangen, es wird gerade erst wiederentdeckt“, hat Judith Schultz festgestellt. Sie ist als Sozialpädagogin im Familienzentrum Regenbogen beschäftigt und begleitet die Patenomas bei ihren Einsätzen auf der Gitarre.

So wird ein Liederschatz vererbt: Patenomas singen mit Kindern in der Kita

Die Kinder zeigen den Omas, welche Lieder sie kennen: Den Pitschpatschpinguin. Die kleinen Pinguine kitzeln sich, wie im Lied besungen, am Kinn. © Claudia Engel

Dabei sei Singen mit Kindern sehr wichtig: „Singen schult den Verstand, hilft dabei, Fremdsprachen schneller zu lernen“, sagt Eva Bultmann. Seit zwölf Jahren gehören die Kinder des Regenbogens zu den Privilegierten, denen einmal wöchentlich morgens vorgesungen wird. Und die Kinder singen freudig mit. Die Refrains, die einfachen Texte prägen sich gut ein. Das klappt bekanntermaßen ja schon seit Generationen.

Angeregt wurde die Sing-Initiative laut Eva Bultmann von dem weltberühmten Musiker, Yehudi Menuhin. Ein Hamburger griff die Idee auf und von dort aus verbreitete sich der Belcanto-Gesang in vielen Tageseinrichtungen für Kinder. Dafür sind aber ehrenamtliche Frauen und Männer notwendig, die gerne singen und sich einmal wöchentlich für den ehrenamtlichen Zweck einbinden lassen.

Ehrenamtliche Sänger sind herzlich willkommen

„Da aus unserem Kreis zwei Damen ausscheiden, freuen wir uns auf Verstärkung durch weitere Männer und Frauen“, sagen die Übriggebliebenen. Interessenten wenden sich an den Leiter der Kita Regenbogen, Uwe Haas, oder Sozialpädagogin Judith Schultz, Tel. (02362) 75628,

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