Umfrage: So wurde die Arbeit der Dorstener Stadtverwaltung beurteilt

hzOnline-Umfrage

Fast 700 Menschen haben sich an unserer Online-Umfrage zur Arbeit der Stadtverwaltung in Dorsten beteiligt. Die Ergebnisse haben wohl manch einen im Rathaus überrascht.

Dorsten

, 30.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehn Tage konnten die Dorstener die Arbeit „ihrer“ Stadtverwaltung bewerten. „Den Ergebnissen einer solchen Umfrage sieht man natürlich immer mit gespannter Erwartung entgegen“, räumt Bürgermeister Tobias Stockhoff ein. „Umso mehr freut es uns, dass die Arbeit der Stadtverwaltung überwiegend positiv bewertet wird.“

Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer sind zufrieden

Tatsächlich sind über 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer insgesamt eher bis sehr zufrieden mit den Leistungen der Stadtverwaltung. Nach Meinung der meisten Bürger, die an der Umfrage teilgenommen haben, hat sich die Stadtverwaltung seit 2014 in vielen Bereichen verbessert. Wichtig an dieser Stelle: Es handelt sich nicht um eine repräsentative Umfrage, sondern um ein Stimmungsbild.

Besonders freut sich Bürgermeister Tobias Stockhoff, dass die Stadtverwaltung offenbar ehrenamtliches Engagement gut unterstützt. „Hier ist allerdings in den letzten Jahren auch viel passiert“, sagt er. Allerdings: Fast 30 Prozent der Umfrage-Teilnehmer haben zu dem Thema keine Meinung. Für den Bürgermeister bedeutet dies, „dass wir offenbar noch stärker dafür werben sollten, als Bürger Mitverantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen“.

Die Stadtverwaltung ist keine „Wunschmaschine“

Ebenfalls fast 30 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind der Auffassung, dass die Stadtverwaltung nicht oder eher nicht zum Wohle der Bürger arbeitet. „In der Abwägung unterschiedlicher Interessen kann nicht jedes individuelle Anliegen erfüllen werden“, glaubt Stockhoff. „Zum Wohle der Bürgerschaft insgesamt zu arbeiten, kann in Einzelfällen auch bedeuten, dass Entscheidungen zum Nachteil einzelner getroffen werden.“ Die Stadtverwaltung sei eben „keine Wunschmaschine“.

Personalratsvorsitzender André Sänger freut sich vor allem, dass das „außerordentliche Engagement der Kolleginnen und Kollegen während der Coronakrise positiv wahrgenommen“ werde. Sie hätten gezeigt, dass sie nicht nur „den krisensicheren Job“ haben, sondern sich ständig ändernden und wachsenden Aufgaben stellen. „An dieser Stelle möchten wir nicht den Begriff systemrelevant überstrapazieren – aber wir haben gezeigt, dass wir genau dies sind.“

Das für die Stadtverwaltung erfreuliche Ergebnis ändert aber nichts daran, dass es in der Umfrage auch viele kritische Stimmen gib. Einige Beispiele:

  • Dem Vorwurf, dass die Mahngebühren „manchmal unverschämt“ seien, hält Kämmerer Hubert Große-Ruiken entgegen: „Die Gleichbehandlung aller Bürger verlangt, dass wir die Abgabenordnung strikt anwenden. Dies ist auch deshalb notwendig, damit die pünktlichen Zahler nicht gegenüber den säumigen Zahlern benachteiligt werden.“
  • Dass man sich im Planungs- und Bauordnungsamt „oft zu sehr hinter Vorschriften versteckt, die eigentlich einen Spielraum zulassen würden“, relativiert der Technische Beigeordnete Holger Lohse. „Wir schöpfen Spielräume aus, aber die haben ihre Grenzen.“ Gerade die Bauordnung habe geltendes Recht anzuwenden und kann Bürgerinteressen nicht gegen Rechtsvorschriften entsprechen. „Gerade im Baubereich geht es bei Einzelinteressen oft einfach nur um Geld, um die Vorstellungen von Investoren, um Rendite.“
  • Hauptamtsleiter Norbert Hörsken räumt ein, dass Bewerbungen bei der Stadtverwaltung noch nicht online möglich sind. „Wir haben uns zwar schon einige Lösungen präsentieren lassen, aus Kapazitätsgründen musste die weitere Umsetzung jedoch zunächst zurückgestellt werden.“ Bewerbungen per E-Mail seien aber sehr wohl möglich.
  • Monika Heisterklaus, Leiterin des Bürgerbüros, freut sich über die positive Bewertung und die Wertschätzung. Sie betont, dass „das System Bürgerbüro als einheitliche und ortsnahe Anlaufstelle vieler Dienstleistungen weiterhin zeitgemäß ist“. Trotz fortschreitender Digitalisierung sei es weiterhin möglich, telefonisch Termine zu vereinbaren. „Vor Ort melden sich die Bürgerinnen und Bürger dann mit dem Geburtsdatum an.“ Derzeit werde geprüft, ob nach der Coronakrise auch wieder Tagestermine ohne vorherige Anmeldung ermöglicht werden können.

Die Freude über die insgesamt positive Bewertung war am Donnerstag im Rathaus spürbar. Bürgermeister Tobias Stockhoff ahnt allerdings, dass das nicht so bleiben muss. „In einigen Einzelbereichen wird es strukturbedingt vielleicht auch die eine oder andere nicht so gute Note geben. Aber das können letztlich nur Hinweise sein, wo wir vielleicht noch besser werden können.“

Zum Beispiel im Bereich Sicherheit und Verkehrsüberwachung? Darum geht es in der nächsten Folge.

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