Die SPD möchte, dass die Stadt Dorsten sich dem Riga-Komitee anschließt, das die Holocaust-Gedenkstätte im Wald von Biekernieki (Lettland, Foto) unterstützt. Außerdem sollen Jugendprojekte und -fahrten zu solchen Gedenkstätten finanziell unterstützt werden. © Privat
Gedenkkultur

SPD in Dorsten: Gedenken an die NS-Opfer stärker unterstützen

Die Dorstener SPD will das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft stärken. Insbesondere Projekte mit jungen Menschen sollen finanziell unterstützt werden.

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus soll nach dem Willen der SPD in Dorsten noch stärker Berücksichtigung finden. Auf Initiative ihres Ortsvereins Wulfen fordern die Sozialdemokraten, dass der Stadtrat finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, um jungen Dorstenern Besuche von Holocaust- und anderen Gedenkstätten der NS-Gewaltherrschaft zu ermöglichen.

Dafür sollen laut Antrag der SPD für den Rat im städtischen Haushalt zunächst 5000 Euro für die Dauer von zwei Jahren zur Verfügung gestellt werden. Aus diesen Topf sollten auch Projekte und Workshops zum Thema finanziert werden können. Das Jüdische Museum soll als Hauptpartner gewonnen werden, auch Schulen und Gremien sollen mitwirken.

Riga-Komitee

Außerdem regt die SPD an, dass die Stadt Dorsten dem „Deutschen Riga-Komitee“ beitritt, dem neben Marl, Haltern und Bottrop mehr als 60 weitere Städte angehören. Aufgabe dieses Zusammenschlusses ist es, an das Schicksal von über 25.000 deutschen Juden zu erinnern, die – wie der letzte Dorstener Synagogenvorstand Julius Ambrunn und seine Familie – in den Jahren 1941/42 nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden.

2000 Euro soll die Stadt für den Erhalt der dortigen Gedenkstätte zur Verfügung stellen, Dorsten würde im Gegenzug einen eigenen Namensstein auf dem zentralen Gedenkplatz bekommen.

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Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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