Die Agathaschule will nach ihrem Umzug ihre Namenspatronin mitnehmen - das ist eine Kunst

hzSt.-Agatha-Schule

Die Agathaschule ist vom Vosskamp an den Nonnenkamp umgezogen. Die Hl. Agatha, Namenspatronin der Schule, soll nicht der Abrissbirne zum Opfer fallen. Sie zu retten, ist eine Kunst.

Dorsten

, 16.12.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tausende Dorstener Kinder haben die Agathaschule am Vosskamp seit 1895 besucht. Wenn sie morgens durch den Haupteingang ihr Schulgebäude betraten, stand ihnen geraume Zeit das Bild einer Frau vor Augen, die der Schule ihren Namen gegeben hat: die Hl. Agatha.

Der Künstler Hermann Moog hat für ein Relief an der Schulhauswand ein Bildnis der Schutzpatronin gezeichnet. Gütig lächelnd blickt die als Märtyrerin gestorbene Heilige von der Hauswand auf einen Teil des Schulhofes hinab. Zu ihren Füßen sind eine Zange und ein Palmzweig abgebildet. Außerdem befindet sich rechts von ihr der Schriftzug St. Agatha Schule.

Digitale Hilfe ist die Rettung

Dieses Bildnis will Schulleiter Herbert Rentmeister nun an den neuen Standort am Nonnenkamp hinüberretten. Das geht nur mithilfe der digitalen Technik. Denn das Bildnis ist in den Putz eingelassen und kann nicht einfach abmontiert und zum neuen Standort gebracht werden.

„Wir werden das Bildnis mit einer digitalen Kamera abfotografieren und auf die Wand unseres neuen Gebäudes am Nonnenkamp projizieren. Dort kann es dann nachgezeichnet werden“, sagt Herbert Rentmeister. Von der Nachlassverwalterin des Künstlers Hermann Moog habe er das Einverständnis für diese Aktion erhalten. Hermann Moog gilt als ein bedeutender deutscher Maler und Zeichner.

Frau erlitt unvorstellbare Qualen vor ihrem Tod

„Nach den Weihnachtsferien werde ich mit der Firma sprechen, die den Auftrag ausführen wird“, so Rentmeister. Die Hl. Agatha ist untrennbar mit der Altstadt-Schule verbunden.

Die Namens- und Schutzpatronin hat zu ihren Lebzeiten unvorstellbare Qualen erlitten, weil sie sich in einer heidnischen Zeit als Christin bekannte. Sie wurde darauf sadistisch gefoltert und gequält und hingerichtet - nach ihrem Tod wurde ihrem Schleier, den sie als Christin getragen hatte, Wunderwirkung nachgesagt. Auch galt sie als Schutzpatronin der Bauern und der Armen und Kranken.

Künstler hat Spuren in Dorsten hinterlassen

Herbert Rentmeister weiß, dass Hermann Moog in Dorsten zahlreiche Spuren hinterlassen hat. Heute seien aber nur noch wenige seiner Bilder im Stadtbild zu finden. Es habe zum Beispiel am ehemaligen Kinderheim am Westwall eine Zeichnung Moogs am Gebäude gegeben. Das sei dann dem Neubau der Mercaden zum Opfer gefallen. „Die Bilder Moogs galten zu ihrer Zeit als Kunst am Bau. Ich finde es schade, wenn diese Arbeiten verloren gehen.“

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