Endlich: Kinder und Jugendliche können in Stadtbibliothek bald kostenlos Bücher ausleihen

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Die Dorstener Stadtbibliothek stellt sich neu auf. Das hat Auswirkungen auf die Ausleihgebühren. Junge Menschen zahlen bald nichts mehr, Erwachsene und Familien dafür deutlich mehr.

Dorsten

, 20.11.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Ausleih-Orte alter Prägung haben sich die Stadtbüchereien überholt. Auch in Dorsten stellt sich die Stadtbibliothek im Bildungszentrum „Im Werth“ mit zahlreichen Neuerungen für die Zukunft neu auf. Dazu gehört auch, die Einrichtung für Kinder und Jugendliche attraktiver zu gestalten.

Einen weiteren Schritt in diese Richtung machte am Dienstag der Dorstener Kulturausschuss: Die Politik beschloss einstimmig, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren schon bald einen kostenlosen Jahres-Benutzerausweis erhalten sollen.

Damit fällt endlich das negative Alleinstellungsmerkmal, das Dorsten in der Region hatte: Die Lippestadt war die einzige Kommune weit und breit, die überhaupt Ausleih-Gebühren von jungen Leuten erhoben hat. Nur für DVDs (1,50 Euro) oder Tonie-Boxen (zwei Euro) werden weiterhin Gebühren fällig. Auch Mahngebühren müssen natürlich bezahlt werden, wenn die Medien nicht rechtzeitig zurückgebracht werden.

Anstieg um 20 Prozent

Da die Gesamteinnahmen für die Stadtbibliothek aber möglichst konstant bleiben sollen, werden die älteren Nutzer künftig mehr bezahlen müssen. Schüler, Studenten, Azubis und Bufdis ab 16 Jahren bis zum Alter von 30 Jahren müssen dann 12 Euro berappen. Derzeit sind es noch 10,40 Euro. Wer unter 18 Jahre ist, bezahlt augenblicklich sogar nur den aktuell noch geltenden Kinder- und Jugendtarif (6 Euro).

Mit Dorsten-Pass nur die Hälfte

Erwachsene müssen künftig deutlich mehr auf den Tisch legen, die Gebühren steigen von 20,60 Euro auf 24 Euro, also fast um 20 Prozent. Das gilt auch für den Familienpass, dessen Preis von 30 Euro auf bald 36 Euro angehoben wird. Erwachsene und Familien mit geringem Einkommen, die den Dorsten-Pass“ vorwiesen können, zahlen allerdings auch weiterhin jeweils nur die Hälfte. Alle genannten Gebühren gelten auch für die Wulfener Zweigstelle, die „Bibi am See“.

Auf Ehrlichkeit angewiesen

Derzeit nimmt die Dorstener Stadtbiblitohek gut 41.000 Euro durch die Benutzerausweise ein. Ob sich die neu gefasste Benutzerordnung, mit deren Änderungen die Bibliothek auch den Verwaltungsaufwand bei den Mahngebühren reduzieren will, sich tatsächlich als Nullsummenspiel heraustellen wird, ist indes fraglich. Grund ist das neue „Selbstverbuchersystem“, das für die Stadtbibliothek angeschafft worden ist - und bei dem die Bücherei auf die Ehrlichkeit ihrer „Kunden“ angewiesen ist, wie Leiterin Birgitt Hülsken im Ausschuss erklärte.

Endlich: Kinder und Jugendliche können in Stadtbibliothek bald kostenlos Bücher ausleihen

Die Mitglieder des Dorstener Kulturausschusses machten sich vor ihrer Sitzung selbst ein Bild von dem neuen Verbuchungssystem in der Dorstener Stadtbibliothek. © Michael Klein

Die Nutzer leihen sich nämlich seit Sommer nicht mehr bei den Mitarbeitern persönlich die Bücher aus, sondern quasi „anonym“ an einer mit einem Scanner versehenen Ausleihstation. Heißt: Theoretisch könnten Erwachsene, statt sich einen eigenen Ausweis anzuschaffen, auch die kostenlose Karte ihrer Kinder nutzen, ohne dass die Mitarbeiter dies merken würden. Allerdings: Fallen sie doch mal zu Stichprobenkontrollen auf, machen sie sich des „Straftatbestands des Betruges fällig“, betonte Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Allerdings: Wie zu hören war, wird an möglichen technischen Einstellungen gearbeitet, die anzeigen, wenn vermeintliche „Kinder“ Erwachsenen-Romane oder -Zeitschriften an den Stationen vorlegen.

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