Stadtteil in Dorsten soll fast die Hälfte seiner 19 Spielplätze verlieren

hzSpielplatz-Planung

Sie sind zu teuer und genügen den pädagogischen Ansprüchen nicht mehr: Deswegen möchte die Stadt einige ihrer 160 Spielplätze schließen. Einen Stadtteil trifft es zahlenmäßig besonders.

Dorsten

, 22.06.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon seit Wochen tingelt Jugendamtsleiter Stefan Breuer durch die jeweiligen Dorstener Stadtteilkonferenzen, um die Zwischenergebnisse des von der Stadt beauftragten Spielflächen-Bedarfsplans für die nächsten Jahre vorzustellen. Denn die Stadt will ungefahr 40 bis 50 ihrer insgesamt 160 Spiel- und Bolzplätze aus Kostengründen aufgeben, weil sie heutigen spielpädagogischen Anforderungen nicht mehr genügen oder weil sie an Standorten liegen, wo kaum noch Familien mit kleinen Kindern leben.

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Dabei sind die jeweiligen Voraussetzungen in einer Flächenstadt wie Dorsten höchst unterschiedlich, wie es sich exemplarisch auf den Stadtteilkonferenzen für die Hardt und Hervest zeigte.

Hardt ist überversorgt

19 Spielplätze (plus zwei Bolzplätze) gibt es im Dorstener Stadtteil Hardt, darunter sind viele kleine Anlagen auf engem Raum. „Damit ist die Hardt zahlenmäßig überversorgt“, fasste Jugendamtsleiter Stefan Breuer die Handlungsempfehlung des von der Stadt beauftragten Planungsbüros Hoff am Dienstag auf der Stadteilkonferenz „Gemeinsam Hardt“ in der St.-Ursula-Realschule zusammen. Das Büro schlägt vor, gleich neun dieser Spielflächen im Ortsteil aufzugeben und nach und nach zu Grünflächen zu entwickeln.

Andere Plätze werden attraktiver

Dabei handelt es sich um eine schon jetzt nicht mehr als Spielplatz bestückte Fläche an der Reiherstraße sowie die Anlagen an der Gahlener Straße/Rybniker Sraße (für die inzwischen alternativ ein neuer Platz an der Teichstraße geschaffen wurde), am Wieselpfad/Lehmwiese, Overbergstraße in der Nähe der Schule, An der Oelmühle (in der Kurve), Auerhahnstraße/Birkhuhnweg, An der Seikenkapelle/Wachtelstraße sowie der Spielplatz zwischen Ottersteig und Fuchspass und der kleinere der beiden Plätze zwischen Marderweg und Reiherstraße.

Sollte die Politik diesen Plänen zustimmen, möchte die Stadt die dadurch eingesparten Unterhaltungskosten zum großen Teil dafür verwenden, einige der übrigen gebliebenen Spielplätze attraktiver zu gestalten.

Bessere Aufenthaltsbereiche

So soll die Spielfläche an der Liegnitzer Straße Kleinkinderangebote, der Spielplatz am Emmerichsweg zwei Zugänge bekommen und von Stolperfallen befreit werden, die beiden größeren Anlagen am Ottersteig und am Marderweg sollen bessere Aufenthaltsbereiche für ältere Kinder und auch erwachsene Begleiter erhalten. Und auch der Bolzplatz am Park an der Pestalozzistraße nahe des Evangelischen Kindergartens soll aufgewertet werden.

Kaum Veränderungen in Hervest

Auf der Hervest-Konferenz im Begegnungszentrum „Das Leo“ wurde deutlich, dass - anders als auf der Hardt - in Hervest keine einschneidenden Veränderungen nötig sind. Grund: Vor ein paar Jahren hat Hervest stark vom Landes-Förderprogramm „Soziale Stadt“ profitiert. „Dabei sind einige schöne und große Spielplätze entstanden“, so Stefan Breuer, „eine positive Entwicklung“, die die zentralen Bereiche zwischen Gemeindedreieck und Grenze zum Dorf bis heute präge. Geplant wurde das damalige Herevster Spielplatz-Konzept übrigens vom „Planungsbüro Hoff“, das jetzt auch für die gesamtstädtische Untersuchung beauftragt worden war.

Fünf Plätze sollen weg

Kein Wunder, dass in Hervest in Sachen Spielplätze fast alles beim Alten bleibt. Das Büro schlägt aber vor, fünf von 18 Spielflächen offiziell zu schließen: allesamt Flächen, die ohnehin nicht mehr von Kindern genutzt werden: an der Bachaue/Eikentimpe, Eikentimpe/Wald, Friedenau/Möllenweg, Friedrich-Ebert-Straße/Halterner Straße sowie Lerchenweg/Wenger Höfe.

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Bewegung soll auf Vorschlag des Planungsbüros Hoff in folgende Bereiche kommen: Der große Spielplatz im Ellerbruchpark könnte um 3500 Quadratmeter verkleinert werden, die Anlage „Am Strandbad“ soll dafür aufgewertet werden, die 2100-Quadratmeter-Fläche an der Marienstraße im Hinblick auf die demografische Entwicklung im Marienviertel solle reaktiviert werden.

Spielmöglichkeiten für Jugendliche

Stefan Breuer wies zudem darauf hin, dass für Jugendliche in Hervest neue Bewegungsangebote durch das preisgekrönte Berufskolleg-Projekt auf dem Zechengelände entstanden sei, zudem wird noch in diesem Jahr in der Ellerbruchsiedlung ein öffentlich zugänglicher Platz mit Spielangeboten entstehen.

Übrigens: Auch die Dorstener Bürger (per Internet) und die Dorstener Grundschüler (Fragebögen) waren vorab zu der Spielplatz-Sitiation in Dorsten befragt worden.

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