Stattliches Insektenhotel vor den Drahtwerken erfreut Mensch und Tier

hzKlimaschutz

Um gegen die Corona-Langeweile anzukämpfen, wird der Insektenhotel-Wettbewerb auf ganz Dorsten ausgeweitet. Gisbert Elter hat dafür bereits ein Schmuckstück gebaut.

Dorsten

, 20.04.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Rindenmulch hat er sich beim Händler besorgt. Die auf sieben Zentimeter gestutzten Schilfrohre hingegen beim Spaziergang am Kanal gefunden. „Das nötige Holz gab es auf dem Firmengelände“, sagt Gisbert Elter. „In der Schreinerei und bei den Transportverpackungen.“

Aus diesen Materialien hat der 64-Jährige in den vergangenen Wochen ein echtes Schmuckstück gebaut, das schon vielen hier vorbeifahrenden Radfahrern und Fußgängern aufgefallen ist. Ein Insektenhotel, „mit Vollpension“, betont der Dorstener. Alles frei Hand, ohne große Baupläne. Sogar an ein schützendes Dach hat der Bauherr gedacht - und dort zum Richtfest einen Kranz aufgehängt.

Vor den Dorstener Drahtwerken

Das Dach-Drahtgeflecht ist „eine Spende meiner Chefs“, betont Gisbert Elter. Denn das Inhaber-Gebrüderpaar Rüdiger und Volker Tüshaus sowie Ulrich Winter aus der Geschäftsführung freuen sich über das Umwelt-Projekt, das da vor ihren Augen auf der Wiese vor dem Eingangstor der Dorstener Drahtwerke an der Marler Straße entstanden ist.

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Den Anstoß für diese „tierische Immobilie“ gab die Ideenfabrik Stadtsfeld, deren Grün-Projekte auch von den Dorstener Drahtwerken unterstützt werden. „Irgendwann bekam ich einen Flyer für den Insektenhotel-Wettbewerb der Ideenfabrik in die Hand gedrückt“, sagt Ulrich Winter. „Und wusste sofort, dass das eine schöne Aufgabe für Gisbert Elter wäre.“

„Mädchen für alles“

Denn Elter ist seit fünf Jahren „Mädchen für alles auf dem Firmengelände“, wie der ehemalige Bergmann sich selbst bezeichnet. Er kümmert sich um die Grünanlagen, ist Gärtner und Platzwart in einem. Vor drei Jahren hat er dort sein erstes Insektenhotel gebaut, dazu im Laufe der Zeit sieben Nistkästen, die reihum in den Bäumen hängen. „Und in den Komposthaufen habe ich kürzlich zwei Igel-Pärchen gefunden“, freut er sich.

Ein weiteres Beispiel für ein Insektenhotel in der Feldmark.

Ein weiteres Beispiel für ein Insektenhotel in der Feldmark. © Privat

Gisbert Elter ist nicht der einzige, der sich inzwischen an dem Wettbewerb beteiligt hat. Die Pfadfinder von St. Johannes werden mitmachen, wenn sie in der Nach-Corona-Zeit wieder Gruppentreffen veranstalten dürfen. Und auch einige Familien aus der Feldmark sind dabei.

Gemeinsames Basteln

„Gerade Eltern von Kindern entdecken derzeit wieder neu, wie schön das gemeinsame Basteln in den Familien ist“, sagt Gerhard Jendrzey von der Ideenfabrik. Und so ist er gerne der Anregung von Paul Schürmann von der Bürgerrunde Feldmark gefolgt, den eigentlich auf die Feldmark beschränkten Wettbewerb auszuweiten.

„Gegen die Langeweile und im Sinne des Klimaschutzes haben wir uns entschlossen, ihn auf das ganze Dorstener Stadtgebiet auszudehnen“, so Paul Schürmann. Unter der Internetseite stadtsfeld.de können Interessenten zunächst die Rahmenbedingungen zum Wettbewerb und Tipps des Naturschutzbundes (NABU) zum Bau der Hotels abrufen.

„Der Bau des Hotels selbst ist dann als In- oder Outdooraktivität durchführbar“, so Schürmann. „Wichtig ist die Beachtung der Hygiene- und Kontaktvorgaben.“

Der Gewinner darf sich über einen 250 Euro-Gutschein, gestiftet von der Vereinten Volksbank, freuen.

Bienen und Hummeln suchen Schutz

Für Gisbert Elter, den „Architekten“ des Insektenhotels an den Dorstener Drahtwerken, steht der Gewinn jedoch nicht im Vordergrund. „Mir geht es eher darum, möglichst viele Leute zu motivieren, selbst so etwas zu bauen“, sagt er. Er selbst hat jedenfalls immer viel Spaß, wenn er sieht, wie viele Bienen und Hummeln abends auf der Wiese Schutz suchen und in seinen beiden Insektenhotels „einchecken“.

Wer an dem Wettbewerb teilnehmen möchte, der sollte nach Angaben von Paul Schürmann sein selbst gebautes Hotel fotografieren und das Foto und ein paar erläuternde Zeilen bis zum 7. Mai 2020 (Donnerstag) an ideenfabrik@stadtsfeld.de senden.

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