Unter dem Namen „Steiger Spirits" werden seit diesem Jahr verschiedene hochprozentige Getränke von Dorsten aus vertrieben. © privat
Steiger Spirits

Steiger Spirits – die Schnapsidee aus einer Garage in Dorsten

Whisky können nur die Schotten, Wodka nur die Russen? Nein, es gibt auch hochprozentigen Genuss aus dem Ruhrpott. „Steiger Spirits“ ist eine Schnapsidee aus einer Garage in Dorsten.

Andi und Dirk, Kumpel seit Schulzeiten, waren schon immer für einen guten Tropfen zu haben. An einem vermutlich launigen Abend in einer Garage an der Gelsenkirchener Straße dachten sie mit wahrscheinlich beseeltem Blick auf die halbvollen Gläser: „Das können wir auch.“ Ein vom Bergbau inspirierter Name (Steiger Spirits) war schnell gefunden, fehlte also nur noch der Alkohol.

Die beiden Freunde machen sich zusammen mit Andis Frau Luci, einer Dorstenerin, auf die Suche und landen ziemlich schnell bei Dirk Böckenhoff, dem bekannten Kornbrenner mit Niederlassungen in Dorsten und Raesfeld-Erle. Mit ihm zusammen entwickeln Andi und Dirk im Laufe des Jahres 2016 „Steiger Korn“ und „Steiger Gin“ und experimentieren eine Menge herum. Freunde und Bekannte sind begeistert von den Kostproben.

„Zu schade für die Garage“

Eine Schnapsidee ist es zu diesem Zeitpunkt immer noch, die Geschäftsidee kommt später. Die Etiketten werden in der Garage von Lucis Eltern geklebt, ein paar hundert Flaschen sind schnell vergriffen. Das ändert sich, als die beiden Kumpel im Jahr 2019 Christoph Niklaus kennenlernen. Der Franke kennt sich aus in der Getränkebranche, gönnt sich ein Schnäpsken aus Dorsten und meint: „Der Brand ist zu schade für die Garage. Er muss in Serie gehen!“

Geschäftsführer Christoph Niklaus kommt aus der Getränkeindustrie. „Steiger Spirits ist kein kommerzieller Luftballon“, sagt er. © privat © privat

Inzwischen ist Christoph Niklaus Geschäftsführer von „Steiger Spirits“ und spricht von einer „Premium-Marke“, die da seit dem Frühjahr 2020 von Dorsten aus vertrieben wird. Damit meint er natürlich den Geschmack, aber auch den Preis. „Wir haben extrem hohe Kosten“, sagt er beinahe entschuldigend, „und haben einen Kompromiss gesucht. Unter Wert wollen wir unsere Erzeugnisse auch nicht verscherbeln.“

Sortiment wurde ausgeweitet

Ruhrgebiets-Produkte gibt es schließlich viele, und davon wollen sich die Jungs von „Steiger Spirits“ bewusst abgrenzen. „Tradition ist gut, aber man kann dieses Ruhrgebiets-Thema auch zu Tode reiten“, glaubt der Geschäftsführer. „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass sie für ihr Geld auch ein hochqualitatives Produkt bekommen und keinen kommerziellen Luftballon.“

Im Sortiment von Steiger Spirits gibt es neben Korn und Wodka auch Gin und einen Kräuterschnaps. Und, ziemlich untypisch fürs Ruhrgebiet, auch einen Whisky. Am Geschmack, aber auch am Preis (42 Euro) des Single Malt scheiden sich in den sozialen Medien schon mal die Geister, aber die feine Torf-Rauch-Note sei eben kontinental und vielleicht nicht mit den feinsten Sorten von den britischen Inseln zu vergleichen, sagt Niklaus. Vor allem aber gilt: „Er muss schmecken.“

Etwas unglücklich war es, dass der Start von „Steiger Spirits“ mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zusammenfiel „Wir müssen deshalb erst mal kleine Brötchen backen und sehen, wie sich das entwickelt“, sagt Christoph Niklaus. Was ihn und seinen Partner Marvin Rützel nicht daran hindert, an die Geschäftsidee zu glauben und sie um ein paar Kleidungsstücke zu ergänzen. Shirts und Spirituosen werden überwiegend über die Homepage (www.steiger-spirits.de) vertrieben, eine Auswahl an Getränken gibt es auch in den Kornbrennereien von Dirk Böckenhoff.

Andi und Dirk, die beiden Jungs mit der Schnapsidee, sind natürlich auch noch im Unternehmen, allerdings nicht in Vollzeit. „Sie arbeiten weiter in ihrem ursprünglichen Beruf“, sagt Christoph Niklaus. Ein Beruf, der mit Bergbau nichts zu tun hat.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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