Selbsttests für Grundschüler: Ab Montag wird das vor dem Präsenzunterricht in NRW verpflichtend. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Corona-Schutz

„Stein der Weisen“ gesucht: Selbsttests an Dorstener Grundschulen

Flächendeckende Selbsttests sind ab Montag auch an Dorstener Grundschulen verpflichtend. Doch sind die für jüngere Kinder wirklich geeignet? Und wie kann man eine Quarantäne vermeiden?

In dieser Woche befinden sich die Schüler auch an den Dorstener Grundschulen noch im Distanzunterricht, ab der kommenden Woche soll dann aber zumindest wieder Wechselunterricht stattfinden. Dafür sollen die Schüler regelmäßig Corona-Selbsttests durchführen.

Passende Strategie wird gesucht

Doch die praktische Umsetzung der Massentests wirft wenige Tage vor dem Start an den Grundschulen Fragen auf. „Wir wollen die Selbsttests machen, bevor die Kinder überhaupt im Schulgebäude sind“, erläutert Ulrike Goliath, Schulleiterin der Grünen Schule. Der Grund: Wenn ein Kind im Klassenraum positiv getestet wird, müssen sich alle Schüler und die Lehrkraft 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Um das möglichst zu verhindern, denken die Grundschulen über passende Teststrategien nach.

„Zum Betreuungsangebot in dieser Woche sind etwa 40 Kinder in der Schule, da hat es gut geklappt“, meint Ulrike Goliath. Die Schüler können entweder ein negatives Schnelltest-Ergebnis vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden ist, oder sich an einem Fenster unter Aufsicht einer geschulten Kollegin selbst testen. Dabei habe es auch zwei positive Tests gegeben, was aber in diesem Setting kein Problem darstellte.

Ulrike Goliath ist Schulleiterin an der Grünen Schule.
Ulrike Goliath ist Schulleiterin an der Grünen Schule. © Claudia Engel (A) © Claudia Engel (A)

Wenn aber die Hälfte der Schüler getestet werden muss, funktioniert das so nicht, weiß Ulrike Goliath. „Wir haben im Moment keine Turnhalle oder Pausenhalle und müssten deshalb in den Klassenräumen testen“, kennt sie das Problem. Die Tests sollten möglichst wenige Personen beaufsichtigen, um die Kontakte zu reduzieren. „Das ist definitiv nicht die Aufgabe der Klassenlehrer“, stellt die Schulleiterin klar.

Tests für jüngere Kinder nicht perfekt geeignet

Als Sprecherin der Schulleiter der Dorstener Grundschulen weiß Ulrike Goliath, dass auch an anderen Schulen Unsicherheit herrscht. „Diese Selbsttests sind für jüngere Kinder schwierig durchzuführen und ohne Aufsicht kaum möglich“, gibt sie den Tenor wieder. „Da hat noch keine Schule den Stein der Weisen gefunden“, stellt Ulrike Goliath fest.

Auch Herbert Rentmeister, Leiter der Agathaschule, kennt die Tücken der Tests. „Der Hersteller empfiehlt diese Tests eigentlich noch nicht für Kinder ab sechs Jahren“, stellt er erstaunt fest. Der sogenannte Lolli-Test, wesentlich einfacher durchzuführen, komme dagegen an Universitäten zum Einsatz.

Herbert Rentmeister ist Leiter der Agathaschule.
Herbert Rentmeister ist Leiter der Agathaschule. © Claudia Engel (A) © Claudia Engel (A)

„Wie gehen wir mit Kindern um, bei denen der Test nicht funktioniert? Wie gehen wir mit dem betroffenen Kind um, wenn ein positiver Test dabei ist?“, nennt der Rektor weitere offene Fragen. Viele Kinder würden die Möglichkeit nutzen, mit einem negativen Bürgertest in die Schule zu kommen. „Sie wollen sich nicht selbst mit einem Stäbchen in der Nase herumfuchteln“, erklärt Herbert Rentmeister. Aufgrund der großen Schülerzahl sei die Agathaschule darauf angewiesen, in den Klassenräumen zu testen, was dazu führen kann, dass Klassen im Zweifelsfall in Quarantäne gehen müssen.

Über den Autor
Volontär
Berichtet gerne von Menschen, die etwas zu erzählen haben und über Entwicklungen, über die viele Menschen sprechen.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt