Stiftsquelle aus Dorsten füllt Bio-Wasser nicht mehr nur in Flaschen ab

hzBio-Mineralwasser

Die Stiftsquelle füllt ihr Bio-Mineralwasser künftig nicht mehr nur in Glasflaschen ab. Das Unternehmen aus Dorsten hat eine Verpackung gewählt, die man vor allem von anderen Getränken kennt.

Dorsten

, 08.05.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Millionen Euro investiert die Johann Spielmann GmbH in eine neue Produktionsanlage, die im Mai im Industriegebiet Dorsten/Marl in Betrieb geht. Glas- und PET-Flaschen werden in dieser Anlage nicht abgefüllt, sondern Verpackungen, die die schweren Jungs der Essen Cardinals für ein Werbe-Video wie ein Football-Ei behandelt haben.

Vor drei Jahren brachten Michael und Sebastian Brodmann das Bio-Mineralwasser „Landpark“ auf den Markt. Nur in grünen Mehrweg-Glasflaschen. Doch in wenigen Tagen gibt es das besonders zertifizierte Wasser, das „extrem gut verkauft“ werde, auch in Halbliter-Tetra-Paks. Zum Wegwerfen. Wie man es vor allem von Milch oder Säften kennt. Ein Widerspruch?

Verpackung aus Pappe und Zuckerrohr

„Nein“, sagen Vater und Sohn, die sich die Geschäftsführung in dem mittelständischen Unternehmen teilen. „Die Verpackung ist größtenteils aus Pappe.“ Die stammt von Bäumen aus zertifiziertem Waldanbau in Skandinavien, die Beschichtung und der Verschluss bestehen fast zur Hälfte aus Zuckerrohr. Ebenfalls ein nachwachsender Rohstoff. Wo Bio drinsteckt, soll auch möglichst viel Bio drumherum sein.

Stiftsquelle aus Dorsten füllt Bio-Wasser nicht mehr nur in Flaschen ab

Die neue Abfüllanlage (im Hintergrund) "schafft" stündlich 8000 Tetra Paks. © Stefan Diebäcker

Das passt zur Unternehmensphilosophie der Johann Spielmann GmbH, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Die internen Unternehmensabläufe werden seit Jahren nach dem internationalen Standard für Umweltmanagementsysteme geprüft, die Produktionsanlagen überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben. „In unserem Fuhrpark haben wir mittlerweile sieben Elektroautos und bald den ersten LKW, der mit Gas betrieben wird“, betont Sebastian Brodmann. Nachhaltigkeit ist den Chefs und ihren mehr als 100 Mitarbeitern wichtig.

Nicht nur stilles Wasser wird abgefüllt

Die neue Anlage an der Buerer Straße füllt ab nächster Woche jede Stunde 8000 Tetra Paks - zunächst mit „stillem“ Bio-Wasser oder einer Lemon-Variante. Später soll es auch Bio-Säfte und Bio-Tee geben. Die Kunden werden es mögen, sind Michael und Sebastian Brodmann nach einer Marktanalyse sicher.

Erste Verträge mit Handelsketten gibt es bereits, doch vor allem an Flughäfen und Bahnhöfen sowie auf großen Musik-Festivals könnte die handliche und leichte Verpackung ein Verkaufsschlager werden. Bundesweit. Auch das ist eine Premiere für die Stiftsquelle. Normalerweise vermarktet sie ihr Dorstener Wasser nur regional.

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