Straßenstrich ist zurück an der B 225

Kein Verbot

Der Straßenstrich ist zurückgekehrt an die Marler Straße – wieder mal. Das Ordnungsamt weiß Bescheid und kann doch nicht viel dagegen tun. Denn anders als in Herten, Marl oder Recklinghausen gibt es in Dorsten kein Verbot. Die Stadtverwaltung hofft auf ein anderes Prinzip.

DORSTEN

, 13.02.2015, 17:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Straßenstrich ist zurück an der B 225

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Prostituierte steht am 23.07.2013 vor einem Bordell in Deutschland. Bei der Sitzung des rheinland-pfälzischen Landtags am 15.10.2014 wird unter anderem über die Situation der Prostituierten in Rheinland-Pfalz gesprochen. Foto: Malte Christians/dpa (zu lhe-Vorausmeldung «Sitzung des Landtags Rheinland-Pfalz» vom 14.10.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Sie sind für die Jahreszeit ein wenig unvorteilhaft gekleidet. Aber dahinter steckt Absicht. Sie wollen gesehen werden, Aufmerksamkeit erregen, Kunden anlocken. Denn sie verdienen Geld mit ihrem Körper. Die B 225 an einem beliebigen Vormittag. Kurz vor der Stadtgrenze Marl stehen die beiden Frauen am Straßenrand, die eine stadteinwärts, die andere stadtauswärts. Der Verkehr scheint sie nicht zu interessieren, der Autoverkehr jedenfalls nicht. Sie können warten, müssen es oft sogar stundenlang. Bis dann doch jemand anhält. Der Straßenstrich ist zurück an der Marler Straße.

Kein Sperrgebiet

Ein Sperrgebiet für öffentliche Prostitution ist die Marler Straße nicht. Anders als Herten, Marl und Recklinghausen hat Dorsten stets darauf verzichtet, einen solchen Antrag zu stellen, wenn leichte Damen an fast immer derselben Stelle ihrem Gewerbe nachgingen. Und das war schon öfter der Fall. Auch diesmal setzt die Stadtverwaltung eher auf das Prinzip der Abschreckung, der penetranten Überprüfung. Solange, bis die Prostituierten, die meist aus Ostblockländern stammen, entnervt weiterziehen. Um Monate oder Jahre später wiederzukommen.

Verstärkung kommt

„Das persönliche Erscheinen ist oft effektiv“, glaubt Stadtsprecherin Lisa Bauckhorn. Sie weiß aber auch, dass das Ordnungsamt für solche dauerhaften Kontrollen eigentlich unterbesetzt ist. „Es wird gerade eine neue Kollegin eingearbeitet, dann entspannt sich die personelle Lage ein wenig.“

Tatsächlich eingreifen können die Behörden nur, wenn die Damen am Wegesrand den Straßenverkehr stören würden, wenn sie sich beispielsweise auf die Straße stellen und Autofahrer nötigen, anzuhalten. Oder wenn sie mit ihren Kunden ins nahegelegene Waldstück verschwinden und dort Spaziergänger belästigen. Aber beides, bestätigte Bauckhorn am Freitag, war bisher wohl noch nicht der Fall. 

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