Viele Dorstener haben Ende September Anteil genommen am Tod von Bahila. Am Zaun zur Weide in Holsterhausen wurden Bilder und Blumen abgelegt. © Guido Bludau (Archiv)
Mysteriöser Pferde-Tod

Suche nach dem „Pferde-Ripper“ von Dorsten wohl beendet

Mehr als fünf Monate nach dem mysteriösen Tod eines Pferdes in Dorsten sind die Ermittlungen wohl abgeschlossen. Die Familie reagiert geschockt.

Unfassbar!“ Das war die erste Reaktion von Peter Büning, als er den Brief der Staatsanwaltschaft Essen gelesen hatte. Auf mehreren Seiten werden darin die Ermittlungsergebnisse der Polizei zusammengefasst, nachdem Ende September Bünings Stute Bahila auf einer Weide in Holsterhausen tot aufgefunden wurde.

Keine Anhaltspunkte für gewaltsamen Tod

Demnach gibt es keine Anhaltspunkte für eine Tierquälerei und einen gewaltsamen Tod des über 20 Jahre alten Pferdes. Das hat ein Sachverständiger des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes in Münster, der Bahila einige Tage nach ihrem Tod obduziert hatte, nochmals bestätigt.

Pferdefreunde und andere Sachverständige hatten seine Einschätzungen kritisiert, zumal Bahila erst einige Tage nach ihrem Tod untersucht wurde. Der exakte Todeszeitpunkt, räumt der Gutachter ein, habe sich da nicht mehr feststellen lassen.

Die Berichterstattung der Dorstener Zeitung hatte die Staatsanwaltschaft Essen wegen „durchaus erheblicher Indizien“ im Dezember zu einigen Nachfragen bei der Polizei veranlasst. Der Münsteraner Veterinär bleibt indes dabei, dass an dem toten Tier ausschließlich Rissverletzungen gefunden worden seien. Das lasse Rückschlüsse auf Tierfraß zu.

Polizei erhielt kaum Hinweise

Als (natürliche) Todesursache kommt laut Gutachten eine Kolik in Betracht, weil im Bauchraum des Pferdes ein gutartiger Tumor gefunden worden sei. Keineswegs seien Ohr und Milchleiste des Tieres abgetrennt worden. Bilder, die in verschiedenen Internetforen die Runde machten, lassen nach Meinung von Pferdefreunden indes erkennen, dass dem Tier vor dem Tod Gewalt angetan worden sein muss.

Pferde-Tod in Dorsten
Peter Büning und seine Frau sind geschockt über die Ermittlungsergebnisse der Polizei. © Guido Bludau (Archiv) © Guido Bludau (Archiv)

Wer dann der „Pferde-Ripper“ sein soll, bleibt unklar. Die Polizei erhielt bis zum 6. Oktober einige vage Hinweise, dass „unbekannte Personen“ in der Nähe der Weide an der Borkener Straße gesehen wurden. Alle Spuren verliefen im Sand.

Ähnlich gelagerte Fälle habe es im Kreis Recklinghausen zudem nicht gegeben, betonen die Ermittler. Der Verein „Equitrans“ verweist indes auf zahlreiche ähnliche Fälle von Tierquälerei und Tötungen im In- und Ausland, die ihren Ursprung in einem Wettbewerb im „Darknet“ haben sollen.

14 Tage Zeit für eine Stellungnahme

Die Staatsanwaltschaft Essen tendiert aufgrund der polizeilichen Ermittlungen offenbar dazu, die Akte „Bahila“ zu schließen und das Verfahren einzustellen. Auf Anfrage wollte die Behörde das aber noch nicht offiziell bestätigen. Sie hat Familie Büning nun 14 Tage Zeit für eine Stellungnahme eingeräumt. Peter Büning gesteht: „Wir wissen derzeit nicht, was wir machen sollen. Wir sind geschockt.“

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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