Auf dem Aldi-Parkplatz in Hervest ist das Parken künftig nur noch 60 Minuten lang erlaubt - ansonsten gibt es es ein happiges Knöllchen in Höhe von 19,90 Euro. © Michael Klein
Parkplatz-Kontrolle

Supermarkt-Parker in Dorsten werden bald mit Sensoren überwacht

Künftig sollten Autofahrer bei „Aldi“ öfter auf die Uhr schauen: Beim Discounter drohen bald empfindliche Geldbußen, wenn sie länger als 60 Minuten auf dem Parkplatz einer Filiale stehen.

Autofahrer sollten an einer Supermarkt-Filiale in Dorsten künftig genau darauf achten, die erlaubte Parkzeit nicht zu überschreiten: Ein neues System des Unternehmens „Safe Place“ erfasst dort bald Fahrzeuge mit einem Bodensensor auf dem Stellplatz.

Es handelt sich um die Aldi-Filiale an der Zechenstraße auf dem Fürst-Leopold-Gelände. Ab 12. April (Montag) gilt auf dem Parkplatz mit seinen 100 Plätzen eine Höchstparkzeit von 60 Minuten.

Parkverstoß kostet 19,90 Euro

Wird sie überschritten, wird es teuer: Stolze 19,90 Euro werden fällig. Schon jetzt weisen Plakate auf dem Gelände darauf hin, dass sich die Nutzer mit dem Abstellen des Fahrzeuges mit den Geschäftsbedingungen auf den Schildern einverstanden erklären. Dabei nutzt Aldi das Recht, dass Betreiber von Parkplätzen erlaubt ist, Stellplätze überwachen zu lassen.

Wie Dennis Boczek (Sprecher Aldi-Nord) erklärt, sei die Kontrolle einer maximal erlaubten Parkdauer auf Aldi-Nord-Parkplätzen nicht neu. Meist seien Parkscheiben zum Einsatz gekommen – wie in Wulfen-Barkenberg.

Zu viele Fremdparker

„Da dieses System, das weitestgehend ohne Überwachung auskommt, vor allem an Standorten mit vielen Fremdparkern nicht funktioniert, haben wir uns für ein neues System entschieden“, sagt er. Vorteil sei: „Unsere Kunden müssen nicht mehr aktiv eine Parkscheibe auslegen, sondern können sich auf ihren Einkauf konzentrieren.“

Die Hinweisschilder für das neue System stehen bereits auf dem Aldi-Parkplatz mit seinen gut 100 Stellplätzen.
Die Hinweisschilder für das neue System stehen bereits auf dem Aldi-Parkplatz mit seinen gut 100 Stellplätzen. © Michael Klein © Michael Klein

Bevor das neue System in vier Wochen auch in Hervest in Betrieb genommen wird, müssen die dafür nötigen Sensoren installiert werden. Wie die Technik funktioniert, erklärt Boczek so: „Sobald die in der Bodenfläche der Parkbucht installierten Sensoren ein abgestelltes Fahrzeug erkannt haben, beginnt die Zeiterfassung automatisch.“ Dabei würden keine Kfz-Kennzeichen erfasst, verspricht er.

Erst wenn die Parkzeit überschritten wird, fährt ein Servicemitarbeiter von „Safe Place“ den Parkplatz an, überprüft das Fahrzeug, bringt eine Zahlungsaufforderung gut sichtbar am Fahrzeug an und notiert sich das Kennzeichen, zunächst ohne den Halter zu ermitteln.

Datenlöschung innerhalb der Frist

„Wird die Vertragsstrafe binnen der vorgegebenen Frist gezahlt, werden die Daten zum Vorgang gelöscht“, so der Aldi-Sprecher. Wenn nicht, so werden dem Halter laut Geschäftsbedingungen die Gebühr für die Halterabfrage und eine Bearbeitungsgebühr in Rechnung gestellt.

Er betont: „Wir verdienen kein Geld mit der Überwachung und sind nicht prozentual an den erhobenen Vertragsstrafen beteiligt.“ Im übrigen sei derzeit an keinem weiteren Aldi-Standort in Dorsten eine Bewirtschaftung durch „Safe Place“ geplant.

Kleiner Kasten, große Wirkung: So wie hier auf einem Aldi-Parkplatz in Selm wird die Parkdauer per Sensor elektronisch ermittelt und übertragen.
Kleiner Kasten, große Wirkung: So wie hier auf einem Aldi-Parkplatz in Selm wird die Parkdauer per Sensor elektronisch ermittelt und übertragen. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Die Umsetzung der Parkplatz-Pläne von Aldi hat die Betreiber des Creativ-Quartiers „überrascht“, sagt Vanessa Tempelmann (als Vorstandmitglied der Ruhrstadt-Stiftung zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit): „Wir haben aber dafür natürlich Verständnis, da die Parkplätze wohl auch sehr oft von Anwohnern als Dauerparkplatz genutzt werden.“

Abends und an Wochenenden frei

Vanessa Tempelmann weist aber darauf hin, dass die „Tedo GmbH“ (eine Tochtergesellschaft der Tempelmann-Gruppe) beim Verkauf des Parkplatz-Grundstücks „das Nutzungsrecht der Parkplätze außerhalb der Aldi-Geschäftszeiten vertraglich verankert habe.

Heißt: „Die Parkplätze werden nach Geschäftsschluss und an Sonn-und Feiertagen unseren Kunden und damit den Gästen von Gastronomiebetrieben und Veranstaltungen weiter kostenfrei zur Verfügung stehen.

Mit dem Parken erklären sich die Autofahrer mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einverstanden.
Mit dem Parken erklären sich die Autofahrer mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einverstanden. © Michael Klein © Michael Klein

Vanessa Tempelmann erklärt, dass auf dem Gelände noch viele Parkplätze für die Mieter und Besucher des Creativ-Quartiers zur Verfügung stünden, etwa hinter dem Kesselhaus (zwischen Leo und Edeka-Zufahrt), gegenüber vom Eiscafe/Vinylcafe oder auf dem Hof unterhalb der Kaue. „Im Zuge des Hotel-Umbaus entstehen bald zudem weitere 200 Parkplätze rund um den Förderturm.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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