Bei Tagesmüttern und Tagesvätern in Dorsten gibt es ein Tauziehen mit der Stadt um ein Mitspracherecht. (Symbolbild) © picture alliance / dpa
Mitspracherecht

Tagesmütter sagen: Kommunikation mit der Stadt klappt nicht

Zwischen Tagesmüttern und Stadtverwaltung stimmt die Chemie nicht. Während die Verwaltung sich „ratlos“ zeigt, werfen die Tageseltern der Stadt vor, über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden.

Tagespflegepersonen haben auf die Stellungnahme der Stadt im Jugendhilfeausschuss reagiert. Mona Perplies und Miriam Wolfrath schildern, warum sie die Vorgehensweise der Stadt kritisieren und die Kommunikation aus ihrer Sicht zu wünschen übrig lässt.

„Natürlich haben wir großes Interesse an einem Mitspracherecht bei der Ausgestaltung der Richtlinien für Kindertagespflegepersonen in Dorsten“, stellen Miriam Wolfrath und Mona Perplies klar. Die beiden sind Sprecherinnen der Regionalgruppe Dorsten der Berufsvereinigung Kindertagespflege und haben einen guten Draht zu weiteren 58 Mitstreiterinnen und Mitstreitern in Dorsten. Sie wissen, wo bei ihnen der Schuh drückt.

„Kein rechtlich verankertes Mitspracherecht“

Die Stadtverwaltung vertritt die Position, dass die Tagespflegepersonen „kein rechtlich verankertes Mitspracherecht“ haben. Trotzdem sei aber der Versuch unternommen worden, „einen regelmäßige Austausch zwischen Behörde und Tageseltern zu initiieren“. Beigeordnete Nina Laubenthal dazu im Jugendhilfeausschuss: Die Stadt habe per E-Mail das Interesse an einem solchen Gremium abgefragt, aber nur 20 Prozent der Angesprochenen hätten sich geäußert, „manche positiv, manche negativ“.

„Am 21. Mai, kurz vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses, haben die Tagespflegepersonen eine doch recht verwunderliche Mail von der Stadt erhalten, dass die Rückmeldungen über die Idee eines Sprechergremiums eher gering sei“, sagt Miriam Wolfrath. Den Tagespflegekräften sei gar nicht klar gewesen, „wie der Ablauf sein sollte, zumal der letzte Stand war, dass ein Konzeptvorschlag bei der Stadt in Arbeit sei“, ergänzt sie. „Auch sollte nun plötzlich im Vorfeld eine Abfrage stattfinden, ob grundsätzlich ein Sprechergremium gewünscht sei.“

„73 Prozent stimmten für Bildung eines Sprechergremiums“

Die Stadt habe dann noch erklärt, dass nur mit einer Rückmeldung von mindestens 50 Prozent positiver Resonanz innerhalb einer Woche eine Briefwahl für die Vertreter im Sprechergremium stattfinden könnte. Dass nur 20 Prozent eine Rückmeldung abgaben, dazu haben Perplies und Wolfrath eine Vermutung: „Die Verwaltung weiß, dass es zusätzlich zur Regionalgruppe Dorsten (7 Tagespflegepersonen) auch einen weiteren Verteiler mit 30 Beteiligten gibt.“ In diesem Verteiler und der Regionalgruppe Dorsten hätten die Tageseltern eine Abfrage gestartet: „73 Prozent stimmten für die Bildung eines Sprechergremiums.“

Warum beide Seiten nicht übereingekommen sind, darüber können Perplies und Wolfrath nur spekulieren: „Vielleicht nimmt die Verwaltung mal das Angebot von uns an, gleiches Interesse an einer guten und kooperativen Zusammenarbeit zu zeigen.“

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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