Dorstener Tagesmütter und -väter haben sich zu einer Regionalgruppe zusammengeschlossen, um ihre Rahmenbedingungen zu verbessern. © picture alliance/dpa
Regionalgruppe Dorsten

Tagesmütter und Tagesväter wollen bessere Rahmenbedingungen

60 Tagesmütter und Tagesväter gibt es in Dorsten. Viele von ihnen kritisieren die unzureichenden Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung. Das hat Konsequenzen.

Mona Perplies ist eine von 60 aktiven Tagespflegepersonen in Dorsten, die 180 Dorstener Kinder unter drei Jahren betreuen. Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit üben sie als Selbstständige aus. „Wir tragen das volle Risiko. Man tut aber nur wenig für uns“, sagt Mona Perplies. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen vermissen die öffentliche Wertschätzung und bessere Absicherung im Krankheits- und Vertretungsfall gerade auch unter Corona-Bedingungen – kurzum Regelungen, „die uns weniger Existenzängste bereiten“.

Aus ihrer Not heraus haben die Tagespflegepersonen eine neue Regionalgruppe Dorsten in der Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen gegründet: „Um in Dorsten noch wirksamer agieren zu können“, sagt erste Regionalgruppensprecherin Miriam Wolfrath.

Mitten im Spielzimmer steht Tagesmutter Miriam Wolfrath. Tische, Stühle, Spielzeug und Wickelfläche: Alles muss nachmittags nach dem Besuch der Kinder desinfiziert werden.
Mitten im Spielzimmer steht Tagesmutter Miriam Wolfrath. Tische, Stühle, Spielzeug und Wickelfläche: Alles muss nachmittags nach dem Besuch der Kinder desinfiziert werden. © Bastian Becker © Bastian Becker

Berufsvereinigung ist eine unabhängige Organisation

Die Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen ist eine unabhängige Organisation. Sie wurde 2009 gegründet, um die Interessen der Tagespflegepersonen in der Öffentlichkeit und auf politischer Ebene zu vertreten. „Die Berufsvereinigung engagiert sich für bessere Arbeitsbedingungen und strebt ein anerkanntes Berufsbild an“, heißt es.

Dass der Jugendhilfeausschuss mehr Urlaubs- und Krankentage für Tagesmütter und -väter beschlossen hat, reißt die Betroffenen in Dorsten nicht vom Hocker. Sie wollen mehr als das. Mona Perplies, die zweite Regionalgruppensprecherin ist, sagte in einem Gespräch mit der Dorstener Zeitung, dass sie „bei der Ausgestaltung ihrer Arbeitsbedingungen keine Mitsprachemöglichkeiten haben“.

Stadt sagt: „Mitbestimmung ist grundsätzlich nicht vorgesehen“

Die Stadtverwaltung hält das auch nicht für nötig. Auf Anfrage sagte sie zu den Forderungen der Betroffenen: „Pflichten und Rechte der Tagespflegepersonen werden von den Jugendämtern erarbeitet und von den politischen Gremien verabschiedet. Eine Mitbestimmung ist grundsätzlich nicht vorgesehen – wenngleich ein aktiver Austausch mit den Tagespflegepersonen gelebt wird.“

Den „aktiven Austausch“ will die Regionalgruppe Dorsten in der Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen nun vertiefen. Ihre Ziele sind: Überarbeitung der Richtlinien für eine qualitäts-orientierte Kindertagespflege und eine kooperative Zusammenarbeit mit dem zuständigen Fachbereich im Dorstener Jugendamt.

Viermal jährlich will sich die Gruppe treffen

Viermal jährlich plant die Gruppe regionale Mitgliedertreffen. Geplant sind zudem weitere offene Stammtischtreffen für alle interessierten Kindertagespflegepersonen. Weitere Informationen und Anträge zur Mitgliedschaft sind im Internet unter www.berufsvereinigung.de ersichtlich oder bei Regionalsprecher Miriam Wolfrath unter Tel. (0157) 326 06 141 erhältlich.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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