Tisa-Nachfolgebrunnen: Relief-Platten aus Bronze statt aus Beton?

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Eine Idee zum geplanten Tisa-Nachfolgebrunnen auf dem Marktplatz bringt der Bergbauverein in die Diskussion - und hat in einer anderen Stadt eine mögliche „Tisa-Lösung“ für Dorsten entdeckt.

Dorsten

, 01.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dorstener Bergbauverein hat in einem Schreiben an die Dorstener Stadtspitze Standort-Vorschläge für die künstlerischen „Überreste“ des abgebauten Tisa-Brunnens gemacht. Und darin auch eine interessante Idee für den geplanten „Tisa-Nachfolgebrunnen“ auf dem Marktplatz ins Spiel gebracht.

„Natürlich muss ein Nachfolgebrunnen installiert werden, aber sicher kein Brunnen, der als eine Art Collage verschiedene Arbeiten von Schwester Paula spiegeln würde“, schreibt Vereinsvorsitzender Gerd Schute. Der Vereinsvorstand spricht sich deshalb für eine Replik dessen aus, was von Schwester Paula (Tisa von der Schulenburg) vor knapp 60 Jahren für den Marktplatz entworfen wurde.

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Das müsse aber kein „1:1-Nachbau mit Beton/Zement“ sein: „Replik kann auch bedeuten, von den gesicherten Reliefplatten Bronzen machen zu lassen. Nahe der Hamborner Abteikirche steht ein Brunnen – sehr ähnlich dem Dorstener Tisa-Brunnen – für den Schwester Paula die Reliefplatten als Bronzen gestaltet hat“, so der Verein.

Den sollten sich Vertreter der Stadt vor Ort mal bei einem Ortstermin ansehen, schlägt Schute vor.

„Ausstellung in der Nähe“

Der Vorstand hält den Ratsbeschluss für richtig, dass die Reliefplatten gesichert und dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich ausgestellt werden sollten. „Eine solche Ausstellung sollte aber unbedingt nah zum ehemaligen Standort des Brunnens installiert werden“, zum Beispiel im oder am Alten Rathaus am Markt, im oder am Kloster der Ursulinen oder auch im bisher schmucklosen Seiteneingang der Agatha-Kirche zur Recklinghäuser Straße.

Der damalige Tisa-Brunnen (Aufnahme aus den späten 1980er-Jahren).

Der damalige Tisa-Brunnen (Aufnahme aus den späten 1980er-Jahren). © Privat

Der Bergbau habe „das künstlerische und soziale Lebenswerk der Dorstener Ehrenbürgerin entscheidend geprägt“, so der Verein. Dennoch sei ein ursprünglich von der Verwaltung als Option genannter Brunnen-Standort am auf dem Zechengelände geplanten Tisa-Archiv „ungeeignet“.

Der Tisa-Brunnen sei ausdrücklich für den Marktplatz geschaffen. Ihn an einen Standort quasi „abzuschieben“, der auch künftig unter Bergrecht stehen wird und eingezäunt bleiben muss, hätte „nur eine Notlösung“ sein können.

Das sehe Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst als Vorsitzender der Tisa-Stiftung im Übrigen genauso. „Aus gleichen Gründen scheidet das Tisa-Archiv natürlich auch als Ausstellungsort für die Reliefplatten aus.“

Kulturausschuss federführend

Wenn es dem Rat wirklich darum gehe, die Bürgerschaft einzubinden, sei Transparenz „Voraussetzung für eine einvernehmliche Entscheidung“. Diese wäre gewährleistet, würde nun dem Kulturausschuss die Federführung übertragen.

„Er könnte ein Hearing veranstalten, zu dem auch die Dorstener Kunstvereine und der Heimatbund eingeladen werden sollten“, so Schute: „Der Bergbauverein ist gerne bereit, sich zu beteiligen.“

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