Totes Pferd: Tiermediziner sprechen von „eindeutigem Ergebnis“

hzUntersuchungsbericht

Pferdebesitzer und Tierfreunde üben Kritik am Veterinäruntersuchungsamt in Münster. Die Tiermediziner haben die Untersuchungen der toten Stute abgeschlossen. Das Ergebnis sei „eindeutig“.

Dorsten

, 07.10.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehn Tage nach dem Tod einer Stute auf einer Weide in Holsterhausen hat die Aufregung von Pferdebesitzern und Tierfreunden eine neue Dimension erreicht. War es zunächst die Sorge, dass ein „Pferde-Ripper“ das Tier bestialisch zugerichtet hat, so sind es nun vor allem die Ergebnisse einer veterinärmedizinischen Untersuchung in Münster. Viele Menschen zweifeln die Erkenntnisse an, nachdem sie Bilder des toten Pferdes gesehen haben.

Experten gehen von einem natürlichen Tod aus

Nach einem Zwischenergebnis am Dienstag sind die Untersuchungen am Mittwoch abgeschlossen worden. Die Münsteraner Experten gehen von einem natürlichen Tod der 26 Jahre alten Stute aus. Eine externe Todesursache könne „nahezu ausgeschlossen“ werden, heißt es in einem Bericht, der am Mittwochnachmittag dem Kreisveterinäramt übermittelt wurde.

Die Behörde in Recklinghausen hatte die Obduktion auf Initiative der Polizei in Auftrag gegeben. Kreissprecherin Svenja Küchmeister ergänzte am späten Nachmittag und nach einer ersten Durchsicht des dreiseitigen Berichts: „Es gibt keine Hinweise, dass dem Tier gezielt Verletzungen zugefügt wurden.“ Weitere Einzelheiten, vor allem auch, was die Wunden der Stute betrifft, gibt es möglicherweise am Donnerstag.

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Die Polizei hatte im Gegensatz zu vielen Pferdebesitzern und Tierfreunden aus Dorsten und der Region schon am Dienstag keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der da noch vorläufigen Expertise: „Das Pferd ist sehr gründlich in Augenschein genommen worden“, meint Pressesprecherin Ramona Hörst.

Polizei: „Mit sachlicher Vernunft diskutieren“

Die Kritik an den Einschätzungen der Veterinäre, teilweise auch sehr unflätig in den sozialen Medien geäußert, und manche Verschwörungstheorien sind der Polizei nicht verborgen geblieben. Ramona Hörst plädiert dafür, „mit sachlicher Vernunft“ zu diskutieren. „Das sind die Experten, die haben das studiert.“

Eben jene Experten wollen sich aber nicht öffentlich äußern. Wilfried Höwedes, Sprecher des Veterinäruntersuchungsamtes, beantwortete eine Anfrage am Mittwoch schriftlich: „Es liegt in der Zuständigkeit des Kreises, entsprechende Auskünfte zu geben. Von daher steht auch kein Experte unseres Hauses für eine Stellungnahme zur Verfügung.“

Höwedes versicherte allerdings, „dass das Ergebnis eindeutig ist“.

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